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Kosmas und Damian: Namenstag am 26. September
 
Patron der Ärzte und der Apotheker
 
Sie sind Patrone der Ärzte (Kosmas, auch Cosmas geschrieben), und Apotheker (Damian), weiters auch der Friseure, Konditoren, Ammen, Physiker und Krämer, und Patrone der Stadt Florenz. Sie werden gegen Geschwüre und Seuchen angerufen sowie bei Erkrankungen des Pferdes.

St. Cosmas (mit Uringlas) und
St. Damian (mit Salbengefäß)
Kosmas heißt soviel wie "der Geschmückte" (griech. kósmos = "Ordnung", "Hochachtung”, "geschmückt"), Damian (= der "Bändiger") leitet sich von griech. damázo „bezwingen” ab.

Nach dem legendarischen Leidensbericht waren sie Zwillinge, die im 3. Jahrhundert in Aigai, heute südöstliche Türkei, geboren und in Syrien gelebt haben sollen. Sie wirkten dort als Ärzte und Apotheker und behandelten Kranke kostenlos. In der griechischen Kirche nennt man sie anargyroi, „die Unentgeltlichen”, weil sie von armen Patienten kein Geld annahmen.

Während der Christenverfolgung Diokletians sollen sie um das Jahr 305 in Kyros (heute Killiz, Syrien) enthauptet worden sein.

Im Osten und Westen wurden zu ihrer Ehre Kirchen gebaut. Reliquien der beiden, deren Verehrung schon im 5. Jahrhundert einsetzte, gelangten an zahlreiche Orte. Bis heute gibt es auf Sizilien eine Wallfahrt zu ihren Ehren.

Dargestellt werden Kosmas und Damian edel gekleidet mit entsprechendem Gerät (Kosmas mit Uringlas, Damian mit Salbengefäß) oder mit Schwert (Hinweis auf den Märtyrertod) Palme (Attribut für Märtyrer) und Buch oder Buchrolle (Rezept- oder Arzneibuch) aber auch mit anderen medizinischen Attributen wie Schlange (Äskulap), Arzneikästchen oder Arzttasche.

Abbildung links: Renaissance-Flügelaltar aus St. Lorenz zu Nürnberg (Hans Süß von Kulmbach, 1505)
Foto: Germanisches Nationalmuseum

Der Tag von Kosmas und Damian im katholischen Kalender ist der 26. September. Die Ostkirche gedenkt ihrer am 1. Juli, am 17. Oktober und am 1. November.



Logo der MedUni Innsbruck, das das alte Siegel mit dem Heiligen Cosmas in einer modernen Form darstellt.







Heiltumsbuch von St. Stephan (1502): Reliquienschrein der beiden Heiligen Cosmas und Damian

Der Altar mit dem Reliquienschrein in der Valentinskapelle
Patrone der Universitäten
Cosmas und Damian wurden bereits im 15. Jahrhundert bei Gründungen der medizinischen Fakultäten in Prag und Leipzig als deren Schutzpatrone gewählt, die Medizinische Universität Innsbruck trägt Cosmas sogar in ihrem Siegel.

In Wien sind Cosmas und Damian seit dem Jahr 1429 Patrone der Medizinischen Fakultät. Der Gedenktag der Beiden wurde jährlich als zentrales Identitäts-stiftendes Element der Wiener Medizinischen Fakultät feierlich begangen.

Das noch heute bei Sponsionen und Promotionen verwendete Med-Szepter wurde im Jahr 1615 vom damaligen Rektor Sigismund Geissler, Doktor der Philosophie und Medizin, anlässlich der 250-jährigen Bestandsfeier der Universität Wien gestiftet. Den Szepterkopf bildet der Heilige Lukas, Patron der Mediziner, mit seinem Symbol, den geflügelten Stier. Darunter finden sich in Gravuren die Heiligen Cosmas und Damian.


Reliquien
Viele bedeutende Kirchen verfügen über Reliquien von Cosmas und Damian, etwa das Essener Stift, der Domschatz von Quedlinburg, ebenso der Wiener Stephansdom, der Kölner Dom und der Hildesheimer Dom. Die Cosmas und Damian Reliquien aus dem Bremer Dom kamen 1647 im Zuge der Reformation an die St. Michaels Hofkirche in München.

Reliquienschädel im Wiener Stephansdom, seit 1413
1365 gründet Herzog Rudolph IV. (der Stifter) die Universität Wien (die "Alma Mater Rudolphina Vindobonensis"). Er war auch maßgeblich für den Weiterbau des Stephansdoms verantwortlich und Begründer der Reliquiensammlung von St. Stephan. 1502 findet man im sogenannten "Heiltumsbuch" von St. Stephan eine frühe Abbildung der Reliquienschädel der beiden Heiligen Cosmas und Damian, die seit 1413 in einem Schrein in Wien aufbewahrt wurden. 1454 wurde beschlossen, den Schrein mit den Reliquien der Patrone der medizinischen Fakultät zu vergolden. Jedes Mitglied des Kollegiums sollte dazu einen Beitrag leisten, auch Apotheker und Wundärzte wurden eingeladen, sich an den Kosten zu beteiligen. Der Abrechnung ist zu entnehmen, dass der Apotheker Vincencius (Vinzenz Hackenberger, von 1435 bis 1458 Eigentümer der Hirschen-Apotheke am Graben Nr. 1121, heute Kohlmarkt 11) 2 Gulden beigetragen hatte.

Die Valentinskapelle links über dem Riesentor birgt seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts den Reliquienschatz der Domkirche. Die Kapelle ist nur über eine von der Westempore ausgehende Wendeltreppe zu erreichen. Ein neugotischer Altar von Ludwig Linzinger birgt dort die Häupter von Kosmas und Damian. Öffnungszeiten siehe unter www.domschatz-wien.at/


Bauernregel: „St. Kosmas und St. Damian, fängt das Laub zu färben an."


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