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Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Apotheker
 
 
Raus aus der Tabletten-Schachtel und mit der nächsten Flüssigkeit runtergespült…? Was Sie bei der Einnahme von Arzneimitteln unbedingt beachten sollten, erfahren Sie am »Tag der Apotheke 2009«, am 6. Oktober in Österreichs Apotheken.
..Damit ein Arzneimittel erfolgreich gegen eine Krankheit wirken kann, muss der Wirkstoff eine bestimmte Konzentration im Körper erreichen. Ist der Blutspiegel zu niedrig, kann das Medikament nicht wirken; ist er zu hoch, treten verstärkte Nebenwirkungen oder sogar Vergiftungen auf. Manche Medikamente brauchen einen gleichmäßigen Blutspiegel um wirken zu können, andere haben die höchste Wirksamkeit und die wenigsten Nebenwirkungen, wenn man ihre Einnahme an körpereigene Rhythmen anpasst. Auch das Alter eines Menschen ist ein wichtiges Kriterium bei der Einnahme von Medikamenten: So kann etwa eine eingeschränkte Leberfunktion bei einem älteren Menschen die Wirkung eines Arzneimittels verlängern. Vorsicht ist auch bei Medikamenten für Kinder geboten. Sie müssen dem Alter entsprechend dosiert werden. Der Körperaufbau und Stoffwechsel eines Kindes unterscheidet sich gravierend von dem eines erwachsenen Menschen. So ist zum Beispiel die Wassermenge pro Kilogramm Körpergewicht bei Kindern um cirka 15 Prozent höher.
Was sind Wechselwirkungen?
Stellen Sie sich vor, Sie fahren mit dem Bus. Als einziger Fahrgast können Sie nach Belieben ohne Probleme ein- und aussteigen. Je mehr Fahrgäste, umso größere Probleme und Hindernisse kann es geben. Da kommt es schon mal vor, dass Sie nicht rechtzeitig aussteigen können. So ist es auch bei der Einnahme von mehreren Medikamenten: Schon bei zwei Arzneimitteln können Wechselwirkungen auftreten.

Was sind Nebenwirkungen?
Jeder von uns kennt das. Man liest den Beipacktext eines Arzneimittels und in der Rubrik »Nebenwirkungen« steht eine schier unendlich lange Liste an möglichen unangenehmen bis gefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen, die mit der Einnahme des Arzneimittels einhergehen können. Das macht vielen Menschen Angst. Tatsächlich haben Arzneimittel neben der erwünschten Wirkung manchmal auch unerwünschte Nebenwirkungen. Diese lassen sich nicht immer vermeiden, durch die richtige Anwendung aber einschränken. Viele der am Beipacktext aufgezählten Nebenwirkungen kommen äußerst selten vor. Dennoch sollte man Arzneimittel mit der nötigen Vorsicht anwenden.

Fall aus der Praxis
Herr O. ist 82 Jahre alt und ein Pflegefall. Bei einem Aufenthalt im Spital wurde seine Medikation neu eingestellt. Dabei wurde ihm ein anderes Mittel gegen Bluthochdruck verschrieben. Seiner Tochter, die sich darum kümmert, dass Herr O. täglich seine Medikamente einnimmt, war nicht klar, dass es sich um ein neues Blutdruck senkendes Präparat handelt. Sie hat sich weiterhin an den alten Einnahmeplan gehalten und ihrem Vater unwissentlich beide Arzneimittel gegen Bluthochdruck verabreicht. Durch Zufall hat ihre Apothekerin die Doppelmedikation entdeckt.

Oktober 2009 - Ausgabe zum Tag der Apotheke