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Paradeiser (Tomaten) sind reich an Mikronährstoffen
 
Lycopin ist ein hochwirksamer Radikalfänger
 
Der Paradeiser (die Tomate) ist ein naher Verwandter des Erdapfels (der Kartoffel), beide sind Nachtschattengewächse (Solanaceae). Zu dieser Pflanzenfamilie gehören auch bedeutende Giftpflanzen, Medizin-, Rausch-, Hexen-, Zauber- und Kultpflanzen wie die Alraune (Mandragora officinarum), die Tollkirsche (Atropa belladonna), das Bilsenkraut (Hyoscyamus niger), verschiedene Stechäpfel (Datura sp.) und die Engelstrompeten (Brugmansia) oder der Tabak (Nicotiana tabacum u. a.).

Ursprünglich stammen die Tomaten aus Südamerika und wurden schon von den Azteken kultiviert. Christoph Kolumbus brachte einige Pflanzen von seiner zweiten Reise in die Neue Welt 1498 mit nach Europa.


Paradeiser / Tomaten
sind Beerenfrüchte
Bis 1820 fanden Paradeiser nur als Zierpflanze Verwendung, ja sie galten sogar als giftig. Es wurde ihnen auch eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben, daher nannte man sie bei uns auch Liebesapfel, Paradiesapfel bzw. in Frankreich Pomme d'amour. Fest steht, der Genuss von Tomaten kann u.a. zu einer vermehrten Produktion des Glückshormons Serotonin führen, für eine luststeigernde Wirkung gibt es allerdings keinen Beleg.

Ihr botanischer Name ist Solanum lycopersicum (ehem./synon. Lycopersicum esculentum - was soviel heißt wie essbarer Wolfspfirsich - oder Lycopersicum lycopersicum). Botanisch zählt die Tomate übrigens zu den echten Beerenfrüchten, da sie eine aus einem einzigen Fruchtknoten hervorgegangene Schließfrucht ist, bei der die komplette Fruchtwand auch noch bei der Reife saftig / fleischig ist.

In Österreich sagt man zu den Tomaten "Paradeiser" (italienisch „Pomodoro“ = Goldapfel; Paradajka auf slowakisch; Paradicsom = ungarisch; Paradajz = kroatisch).

In anderen Ländern wurde die Frucht nach dem aztekischen "tumatle" = (Schwellfrucht, von tomana = anschwellen) benannt: Tomate (d), Tomater (dk); Tomate (fr); Tomato (en); Tomate (es); Tomaat (nl); Tomates (se), Tomate (pt); Domates (tr).

Für die Bezeichnung "Paradeiser" gibt es mehrere Erklärungen:
  • Als Symbol für das Paradies: Blüten und Früchte zugleich.
  • Apfel des Paradieses: eine giftige Pflanze trägt genießbare Früchte.
  • oder als Hinweis auf die früher vermutete aphrodisierende Wirkung (siehe "Liebesapfel", "Paradiesapfel")

Verwendung als Nahrungsmittel

Wie schon erwähnt wurden die Paradeiser erst spät für die Küche entdeckt. Als ein amerikanischer Oberst namens Robert G. Johnson im Jahr 1830 öffentlich und demonstrativ eine rohe Tomate verspeiste, tat er dies zum Entsetzen seiner Zeitgenossen. Allerdings dauerte es noch einmal gut ein halbes Jahrhundert, bis sich auch in Europa diese kulinarische Köstlichkeit durchsetzen konnte.
Paradeiser äußerst gesund und kalorienarm !
Wichtig bei der Lagerung: Paradeiser gehören nicht in den Kühlschrank! Am besten lagern sie zwischen 12 und 16 °C und separat von anderem Obst und Gemüse, weil sie Ethylen abgeben (ein Reifungsgas).

Paradeiser / Tomaten pharmazeutisch betrachtet: In den Beerenfrüchten steckt jede Menge gute Laune, da sie den Serotoninspiegel anheben. Darüber hinaus enthalten sie Vitamine, Spurenelemente und einen hochwirksamen Radikalfänger. Hauptbestandteil ist Wasser (ca. 95%), aber die Zusammensetzung der Mikronährstoffe kann sich sehen lassen: Tomaten enthalten die Vitamine A, E, C, Vitamine der B Gruppe wie Folsäure und Niacin, reichlich sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und Fruchtsäuren sowie siebzehn Mineralstoffe, darunter besonders viel Kalium und Zink (200 Gramm reife Paradeiser decken 30% des Tagesbedarfes an Kalium und 20% des Bedarfs an Zink und 64% an Vitamin C). Zink ist ein essentielles Spurenelement das unser Körper für die Herstellung des Nerven-Botenstoffes Serotonin benötigt. Serotonin sorgt für unser Wohlgefühl und gute Laune.

Weitere Inhaltsstoffe:
Lycopin: zählt zu den Carotinoiden und ist der Stoff, der die Tomaten rot färbt. Er ist als Lebensmittelfarbstoff E 160d in der EU zugelassen. Lycopin gilt aber auch als hochwirksamer Radikalfänger, d.h. es kann bestimmte reaktionsfreudige Moleküle im menschlichen Körper unschädlich machen. Es gab Hinweise, dass der Konsum von Lycopin auch zu einem reduzierten Risiko führt, an Herz-Kreislauf-Erkrankung, Krebs (vor allem Prostata-, Magen- und Lungenkrebs) und Diabetes mellitus zu leiden.

Quercentin: Das ist der Farbstoff in der Tomatenschale, er wirkt antimikrobiell.
Daneben sind noch Flavonoide, Phenolsäuren, Enzyminhibitoren, Monoterpene und Ballaststoffe in den Tomaten enthalten.