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Phytos bei klimakterischen Beschwerden
 
Tipps von der Apothekerin
 
Die Wechseljahre sind ein Lebensabschnitt, vor dem sich viele Frauen fürchten. Wechselbeschwerden sind zwar aufgrund der altersbedingten nachlassenden Produktion von Hormonen nicht als Krankheit im eigentlichen Sinn einzustufen, auftretende Beschwerden wie Hitzewallungen, übermäßige Schweißproduktion oder psychische Stimmungsschwankungen können aber die Lebensqualität beeinträchtigen. Da die Hormonersatztherapie wegen zum Teil schwerwiegender Nebenwirkungen teilweise umstritten ist, werden pflanzliche Alternativen gerne angewendet. Was dabei zu beachten ist erfahren Sie von Ihrer Apothekerin:

Klimakterische Beschwerden sind Folgen des Estrogenmangels durch die nachlassende Hormonproduktion, sie beinhalten neurovegetative und psychische Beschwerden. Die Symptome umfassen Nervosität, Reizbarkeit, Gedächtnisstörungen, Depressionen und Schlafstörungen, Kreislauf-Symptome wie Hitzewallungen, Herzklopfen, Schwindel und Blutdruckkrisen sowie eine erhöhte Ermüdbarkeit, Obstipation und Gewichtszunahme. Bei einem Teil der Patientinnen treten Schwierigkeiten mit der Kontrolle der Blasenfunktion auf. Der Schweregrad klimakterischer Beschwerden scheint individuell unterschiedlich ausgeprägt zu sein. Die Anzahl der Frauen, die deswegen ärztliche Behandlung aufsuchen, liegt in den USA z.B. bei 40% der betroffenen Frauen.

Die Inzidenz von menopausalen Beschwerden ist bei asiatischen Frauen im Vergleich zu Frauen aus westlichen Ländern signifikant niedriger. Die Ursachen für das eher seltene Auftreten der beschriebenen Probleme werden der besonderen Ernährung mit Soja und anderen phytoestrogenhaltigen Nahrungsmitteln zugeschrieben. In letzter Zeit werden daher auch bei uns Nahrungsergänzungsmittel wie Sojaprodukte oder Phytoestrogene aus Rotklee beworben. Auch Zubereitungen aus Cimicifuga racemosa werden bei klimakterischen Beschwerden eingesetzt. Experimentelle Untersuchungen belegten hier eine Wirkung als spezifischer Estrogen-Rezeptor-Modulator und damit organspezifische estrogene Effekte.


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Cimicifuga racemosa
Cimicifuga racemosa, die Traubensilberkerze (Abbildung links), stammt aus Nordamerika und wurde von Indianern bereits in alter Zeit zur Geburtshilfe und bei klimakterischen Beschwerden verwendet. Andere Cimicifuga-Arten wurden in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) wegen ihrer entzündungshemmenden, analgetischen und antipyretischen Wirkung empfohlen. In Europa ist Cimicifuga racemosa seit dem siebzehnten Jahrhundert als Heilmittel bekannt. Seit den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts werden Cimicifuga-Extrakte zur Behandlung prämenstrueller, dysmenorrhischer und klimakterisch bedingter Beschwerden eingesetzt. Über die Auszüge aus dem Wurzelstock der auch Schlangenwurz genannten Pflanze existieren genügend wissenschaftliche Studienergebnisse, so dass sie als anerkannte, gut dokumentierte und sichere Arzneimittel gelten.

In letzter Zeit sind vereinzelt auch hochdosierte Cimicifuga-Präparate aufgetaucht. Um Überdosierungen zu vermeiden sollten Cimicifuga-Arzneimittel nur aus der Apotheke besorgt und genau nach Vorschrift eingenommen werden. Mehr darüber…
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Johanniskraut (Hypericum perforatum)
Johanniskraut wird bei depressiven Störungen eingesetzt, aber nicht in erster Linie zur Behandlung von Wechselbeschwerden. Im Fall von Kombinationspräparaten mit Cimicifuga soll der Kombinationspartner Johanniskraut die im Wechsel auftretenden Stimmungsschwankungen günstig beeinflussen. Die Wirksamkeit von Zubereitungen aus Johanniskraut in diesem Anwendungsgebiet kann aufgrund der klinischen Studien als erwiesen angesehen werden. Das Risiko von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln ist klar einzugrenzen, die Patientin wird in der Gebrauchsinformation auf diese Situationen hingewiesen.
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Magnolie
Magnolienextrakt wird seit mehr als zweitausend Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) verwendet und besitzt eine ausgleichende Wirkung auf den Schlaf und bei Stimmungsschwankungen. In den Apotheken sind pflanzliche Präparate erhältlich, die neben Magnolienextrakt u.a. auch Isoflavone aus Soja enthalten, und die bei Wechselbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Verstimmungszuständen eingesetzt werden.
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Mönchspfeffer
Bevor die Regel aussetzt, ist der Zyklus meistens schon unregelmäßig. Ein Extrakt aus Mönchspfeffer-Früchten kann normalisierend wirken. Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist eine sehr wichtige Pflanze zum Ausgleich des Progesteronmangels und wird auch beim Prämenstruellen Syndrom (PMS) eingesetzt.




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Wechselbeschwerden
Zwei Drittel aller Frauen leiden unter Wechselbeschwerden. Häufig treten Hitzewallungen, depressive Verstimmungen und Schlafstörungen auf. Hormonbehandlungen sind nicht unumstritten, aber es gibt viele Pflanzen die bei diesen Beschwerden helfen. Was bei der Einnahme zu beachten ist erklärt unsere Apothekerin Mag.pharm. Sonja Wurst in der TV Sendung "Sommerzeit" am 24.8.2011 in ORF 2.

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