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Aromatherapie im Winter
 
 
Der bevorstehende Winter ist die Saison, Aromatherapie zum Einsatz zu bringen. Sei es nun, um eine angenehme Atmosphäre in den Wohnräumen oder der Apotheke zu schaffen oder Erkältungen vorzubeugen. Verschiedene Pflanzengruppen eignen sich hier zur Anwendung. Zitrusöle wirken einerseits stimmungsaufhellend, wärmend und erinnern an Advent, andererseits verfügt z. B. Zitrone über eine den Luftraum desinfizierende Potenz. Nadelbäume, wie Weißtanne und sibirische Fichte verstärken diese Wirkung zusätzlich.

Die ätherischen Öle der Familie der Myrtengewächse (z. B. Cajeput-, Eukalyptus-, Myrte-, Teebaumöl) haben durchwegs gute antimikrobielle Wirkungen gegen Viren und Bakterien und viele auch schleimlösende Eigenschaften. Sie werden daher in zahlreichen Erkältungsprodukten verwendet. Hier eignen sich 2 bis 4 Tropfen insgesamt in einer Duftlampe, die für 20 Minuten aufgestellt wird. Den Vorgang kann man wiederholen, jedoch sollte wegen der Adaptation und der Intensität ein zeitlicher Abstand eingehalten werden. Einige Tropfen der ätherischen Öle ins Badewasser dispergiert ergeben ein angenehmes Erkältungsbad. Die ätherischen Öle werden hier vorher in 1 Löffel Milch, Joghurt oder Honig emulgiert oder auf Badesalz aufgetropft.

Essentiell sind die Wahl der geeigneten Öle und deren Konzentration bei der Anwendung bei Kindern. Bei einigen ätherischen Ölen ist zu beachten, dass es verschiedene Arten und Chemotypen gibt, wobei nicht alle für Kleinkinder geeignet sind. Eucalyptus globulus L. z. B. ist erst für eine Alter ab 6 Jahren anwendbar, da bei höherer Intensität ein Glottiskrampf ausgelöst werden kann. Hingegen ist Eucalyptus radiata L. schon in entsprechender Konzentration für die Anwendung an Kindern ab 1 Jahr vertretbar. Beim Thymian, der aufgrund seiner großen antibakteriellen und Auswurf fördernden Potenz bei Erkältungen gerne verwendet wird, existieren verschiedene Chemotypen. Eignen sich die Chemotypen Thymus vulg. Ct. Linalool und Thymus vulg. Ct. Geraniol für Kleinkinder, so ist der Chemotyp Thymus vulg. ct. thymol aufgrund seines hohen Thymolgehalts absolut gefährlich und soll sogar beim Erwachsenen nur mit Vorsicht verwendet werden.

Bei Säuglingen genügt es, 1 Tropfen des geeigneten ätherischen Öls auf ein feuchtes Tuch zu tropfen und das Tuch in der Nähe des Kindes zu platzieren. Direkt auf die Brust des Kleinkindes (Alter >1 Jahr) können Zubereitungen aufgetragen werden, die eine Konzentration von 0,5-1% (ätherisches Öl in fetter Grundlage) haben. Bei Jugendlichen und Erwachsenen kann die Konzentration auf 3-5% gesteigert werden. Die ätherischen Öle der Zitrusfrüchte werden wegen ihrer möglichen Haut reizenden Wirkung nicht auf der Haut, also auch nicht im Bad, angewendet.

Ich hoffe, Ihnen mit dem kurzen Überblick ein bisschen Anregung für die Beratung in der Apotheke geboten zu haben und wünsche Ihnen eine „duftende Winterzeit“!

Mag.pharm.Dr. Barbara Našel
Österreichische Gesellschaft für wissenschaftliche Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA)
Teilorganisation "Apotheke"

AROMA-WELT IN DER APOTHEKE
Den MitarbeiterInnen in den Apotheken kommt bei der richtigen Bestellung, Lagerung und Qualitätskontrollen von ätherischen Ölen eine große Bedeutung zu. Darüber hinaus besitzen sie aufgrund ihrer pharmazeutischen Ausbildung und ihrer Fortbildung über ätherische Öle, Hydrolate und fette Trägeröle ausgezeichnete Voraussetzungen für fachkundige Beratungen.

Die Teilorganisation "Apotheke" möchte alle interessierten MitarbeiterInnen in den Apotheken einladen, traditionelle und innovative, sichere und zuverlässige praktische Anwendungsmöglichkeiten der ätherischen Öle, zum Beispiel in der Aromatherapie und Aromapflege, mit bestmöglicher Qualitätssicherung gemeinsam weiter zu entwickeln.

Link: www.oegwa.at/