Druckansicht
Durch Impfung vermeidbare Krankheiten
 
 
Diphtherie

In den 90er Jahren gab es in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion einen großen Ausbruch an Diphtherie mit über 50.000 Fällen im Jahr 1995 und mit Tausenden Toten. Diese schwere Infektionserkrankung kann jederzeit nach Österreich importiert werden. Auch heute noch sterben 5 bis 20 % der Erkrankten. Eine Durchführung der Impfung ist daher unbedingt notwendig. Besonders wichtig ist hier, nach erfolgter Grundimmunisierung und Auffrischungen auch die Auffrischungsimpfungen im Erwachsenenalter gemäß Impfplan durchzuführen. Die Auffrischungsimpfung soll hier in Kombination mit der Tetanusimpfung; eventuell auch mit der Polio- und/oder Pertussisimpfung durchgeführt werden. Fest steht, dass in der erwachsenen Bevölkerung erhebliche Impflücken bestehen.

Frühsommermeningoenzephalitis (FSME)

Diese durch Zecken übertragene, einst in Österreich häufigste virale Infektionskrankheit mit Enzephalitis ist durch die hohe Durchimpfungsrate zurückgegangen. Die Durchimpfungsrate bei Personen ab dem 30. Lebensjahr ist jedoch noch immer unzureichend. Da in Österreich immer noch zu viele FSME-Fälle auch mit bleibenden Schäden und Todesfolge diagnostiziert werden (bis zu Beginn der großen Impfaktion 300 bis 700 Fälle pro Jahr; 1999 historisches Tief mit 41 Fällen, 2000: 60, 2001: 54, 2002: 59 Fälle), sind weitere Anstrengungen notwendig, um diese Zahl weiter zu reduzieren bzw. die hohe Durchimpfungsrate der Bevölkerung aufrecht zu erhalten. Bei entsprechender vollständiger Durchimpfung der Bevölkerung wäre eine jährliche Fallzahl von nur 10 Erkrankungen durchaus erreichbar.

Haemophilus influenzae Typ B

Vor Einführung der Hämophilus-Impfung Anfang der 90er Jahre war Haemophilus influenzae B (HIB) einer der häufigsten Erreger der eitrigen Meningitis bei Kindern bis zu 5 Jahren. Eines von 420 Kindern erkrankte an dieser lebensgefährlichen Infektion. Durch die Impfung ist diese Krankheit in Österreich praktisch verschwunden: im Zeitraum 1997–99 wurden nur mehr 2, in den Jahren 2000 und 2001 gar keine invasive Hämophilus-Erkrankungen registriert. Bei Einführung der Impfung konnten zunächst nur monovalente Impfstoffe angeboten werden. Diese wurden durch Kombinationsimpfstoffe ersetzt, wodurch die Zahl der Injektionen reduziert werden konnte.

Hepatitis A

Die Hepatitis A nimmt mit zunehmendem Erkrankungsalter an Schwere zu, ab dem 40. Lebensjahr muss mit Todesfällen gerechnet werden. Durch die gute Hygiene in Österreich zirkuliert das HA-Virus bei uns nur in Ausbruchssituationen, vor allem nach Einschleppung nach Auslandsaufenthalten (Urlaub). Es sind mehrere gut verträgliche Impfstoffe zugelassen. Nach derzeitig verfügbaren Daten kann nach Abschluss der Grundimmunisierung mit einem langjährigen Schutz gerechnet werden. Die HAV-Impfung wird jedem empfohlen, der sich und seine Familie vor dieser Erkrankung schützen möchte. Obwohl Kleinkinder in der Regel die Erkrankung subklinisch oder nur mit milder Symptomatik durchmachen, hat die Kinderimpfung insofern eine Bedeutung, als die Kinder eine Infektionsquelle für die Erwachsenen darstellen, welche dann schwerer erkranken können. Personen mit chronischer Lebererkrankung (insbesondere Hepatitis C-Virusträger) haben ein hohes Risiko, sehr schwer an Hepatitis A zu erkranken, und sollten daher unbedingt geimpft werden.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine schwere Erkrankung. Weltweit leben mehr als 2 Milliarden Menschen mit bestehender oder abgelaufener Infektion. 350 Millionen Menschen sind chronisch infiziert, in Österreich leben etwa 42.000 chronische Virusträger. Etwa 1 Million Menschen sterben weltweit pro Jahr an den direkten Folgen einer HBV-induzierten Zirrhose oder durch Leberkrebs. Globale Statistiken zeigen: 25 % der chronischen Virusträger sterben als Erwachsene an primärem Leberkrebs oder an Zirrhose. HBV verursacht 60–80 % der weltweiten primären Leberkarzinome. Die WHO hat daher empfohlen, bis Ende 1997 auch in Ländern mit niedriger Inzidenz eine generelle Hepatitis-B-Impfung für Kinder anzubieten, um weltweit diese Erkrankung auszurotten.
Das Risiko für Neugeborene HBsAg-positiver Mütter, eine chronische Virushepatitis zu entwickeln, ist mit 90 % besonders hoch, daher sollten diese Kinder sofort nach der Geburt aktiv und passiv geimpft werden. Danach sinkt das Risiko, nach Infektion chronischer Virusträger zu werden:

Infektionsalter
Risiko Virusträger ( %)
Infektionsalter
Risiko Virusträger ( %)
Geburt
>90
1–6 Monate
80
1–4 Jahre
35
7–12 Monate
60
Erwachsene
10

Spätestens zu Beginn des 13.Lebensjahres sollte die Hepatitis B-Immunisierung bei allen abgeschlossen sein, da das Infektionsrisiko ab diesem Alter wieder steigt. Wann immer ein erhöhtes Infektionsrisiko erkennbar ist, soll die Impfung durchgeführt werden – dies gilt vor allem für Erwachsene.

Influenza (Grippe)

Influenzainfektionen sind schwere Atemwegserkrankungen, die besonders bei Menschen über 60 Jahren zu einer erheblichen Übersterblichkeit beitragen. Die Impfung muss wegen der großen Mutationsfreudigkeit des Virus jährlich erneuert werden. Alle 2-3 Jahre kommt es zu einer epidemischen Erkrankung, welche in Österreich zu einer Übersterblichkeit von mehr als 1.000 Personen führt.
In Österreich ist die Durchimpfungsrate noch viel zu gering – auch bei chronisch kranken Kindern. Da Influenza bei jungen Säuglingen besonders schwer verlaufen kann, ist eine Impfung für Betreuungspersonen (Eltern, Großeltern etc.) angezeigt, solange diese Kinder noch nicht selbst geimpft werden können. Ebenso muss die Durchimpfungsrate bei Angehörigen der Gesundheitsberufe sowie bei Betreuungs-personen gesteigert werden, damit anvertraute Patienten nicht angesteckt werden können. Personen in Schlüsselberufen sollen geimpft sein.
Auch als Reiseinfektion hat die Influenza beträchtliche Bedeutung, ein Schutz ist daher anzustreben.

Masern

Masern sind eine gefährliche Infektionskrankheit. Häufige Komplikationen einer Maserninfektion sind Otitis media und Pneumonie. Die Häufigkeit einer Masernenzephalitis beträgt etwa 1–2 pro 1.000 Maserninfektionen, davon verlaufen 25 % letal, 1/3 der Überlebenden hat bleibende schwere Folgeschäden. Dazu kommt als Spätfolge noch die subakut sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) mit einer Häufigkeit von 6-22 zu 1 Million Erkrankter.
Im Jahr 2000 haben die Masern laut WHO mit 44% fast die Hälfte der 1,7 Millionen durch Impfung vermeidbaren Todesfälle bei Kindern unter 15 Jahren verursacht (WER 2002, 77, 50-55), 5% aller Todesfälle bei Kindern unter 5 Jahren gehen auf das Konto des Masernvirus. Nach den Schätzungen der WHO sind im Jahr 2000 weltweit an die 30 bis 40 Millionen Masernfälle aufgetreten, von denen zirka 777.000 tödlich verlaufen sind. Dem gegenüber konnten durch die Impfung weltweit geschätzte 80 Millionen Masernfälle, davon 4,5 Millionen Masern-bedingte Todesfälle, erfolgreich verhindert werden.
Etwa eines von 1.000 infizierten Kindern stirbt in Industriestaaten an Masern. Während einer Masernepidemie unter Impfgegnern aus religiösen Gründen erkrankten 1999 in den Niederlanden 2.961 Personen (97 % ungeimpft). Bei 20 % der Erkrankten gab es ernste Komplikationen: drei Kinder starben, 53 mussten stationär aufgenommen werden (30 mit Pneumonie, 4 mit Enzephalitis, 19 mit anderen Komplikationen).130 Personen wurden zu Hause wegen Lungenentzündung behandelt, 152 hatten Otitis media und 87 andere Komplikationen (Eurosurveillance Weekly 1; 6.1.2000). Während die jährliche Inzidenz in den USA in der letzten Zeit stets weniger als 100 Masernerkrankungen beträgt, wird die Häufigkeit in Österreich auf über 1.000 geschätzt (letzte große Epidemie 1995/96), mit vermeidbaren Todesfällen. Als Folge der damaligen Epidemie trat allein zwischen 1997 und 2002 bei neun drei Kindern das langsam tödlich verlaufende Krankheitsbild einer subakut sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) nachweislich auf.
Bei unzureichender Durchimpfung (<95%) ist alle 5 bis 7 Jahre mit Auftreten einer Epidemie zu rechnen. Beispiele dafür aus jüngster Zeit sind im folgenden angeführt:

Wird ein Kind nicht gemäß Impfplan geimpft, so bekommt es bei der derzeitigen epidemiologischen Situation in jedem Fall Masern, nur eben später. Je später das Erkrankungsalter, desto schwerer verläuft die Erkrankung. In Österreich ist die Durchimpfungsrate noch viel zu gering, um das Eliminationsziel der WHO (für Europa ist das Jahr 2007 angestrebt!) zu erreichen.z
Alle Kinder sollen daher schon im 2. Lebensjahr zwei MMR-Impfungen erhalten. Da etwa 3 bis 5 % der Geimpften nach der ersten Impfung keinen Schutz entwickeln, wurde die zweite Masernimpfung (als MMR) eingeführt. Diese soll bevorzugt bereits im 2. Lebensjahr – und damit vor Eintritt in den Kindergarten – durchgeführt werden, wobei ein Mindestabstand von 4 Wochen zur ersten Impfung empfohlen wird. Ist dies nicht erfolgt, so muss später nachgeimpft werden. Bei Schuleintritt und im 13. Lebensjahr sollte der MMR-Impfstatus jedenfalls nochmals kontrolliert werden. Sind Masern nicht durchgemacht worden bzw. sind nicht zwei Masern-Mumps-Röteln Impfungen durchgeführt worden, so kann auch im Erwachsenenalter nachgeimpft werden.

Meningokokken

Meningokokkenerkrankungen können schwerwiegend und tödlich verlaufen, weshalb in manchen europäischen Ländern mit hoher Inzidenz der Meningokokken C eine allgemeine Impfung für Kinder eingeführt worden ist. In Österreich werden jährlich zirka 100 Erkrankungsfälle (zirka 60-70% durch Meningokokken der Gruppe B und 20-30% Meningokokken der Gruppe C) registriert. Bei gehäuftem Auftreten innerhalb einer Region kann jedoch von den Sanitätsbehörden eine solche Impfung empfohlen werden. Die Impfung ist in erster Linie als Reiseimpfung bei Reisen in die Meningokokken-Endemiegebiete empfohlen. Zudem ist sie auch jedem, der sich schützen will, anzuraten. Die Impfung ist beruflich exponierten Personen sowie Jugendlichen vor Eintritt in eine Gemeinschaftswohneinrichtung besonders zu empfehlen.
Gegen Meningokokken der Gruppe C gibt es neue konjugierte Impfstoffe, welche ab dem vollendeten 2. Lebensmonat angewendet werden können.
Die seltene Serogruppe W135 hat sich ausgehend von Saudi Arabien (Mekka-Pilger) über Europa nach Afrika (Burkina Faso bis 15.5.2002 12.580 Fälle und 1.447 Todesfälle) ausgebreitet und erreicht zur Zeit das Seengebiet mit Burundi und Tansania, wo bislang Serogruppe A dominant war. Aus diesem Grund ist für Auslandsreisen bei Personen >2 Jahren der tetravalenten Meningokokken-Impfung der Vorzug zu geben.
Im Falle einer Exposition durch Kontakt mit einem Erkrankten kann die Impfung die postexpositionelle Antibiotikaprophylaxe nicht ersetzen!

Mumps

Mumps verläuft häufig (etwa 1:400) mit Meningitis. Meningismus (Fieber, Kopfschmerz, Erbrechen) findet sich bei fast 10 % der Infizierten. Während und nach der Pubertät kommt es bei männlichen Patienten in 10–30 % zu einer Hodenentzündung mit zum Teil bleibender Infertilität. Vor der Einführung des Mumpsimpfstoffes war Mumps eine der häufigsten Ursachen von Taubheit.

Pertussis (Keuchhusten)

Wegen des häufigen Vorkommens von Keuchhusten und des schweren Verlaufs einer Pertussisinfektion im Säuglingsalter ist es angezeigt, zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit der Impfserie zu beginnen, d. h. unmittelbar nach Vollendung des 2. Lebensmonats.
Die Zahl der an Pertussis erkrankten Erwachsenen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Viele Studien weisen Erwachsene als Infektionsquelle für Neugeborene in den ersten Lebenswochen aus. Die Aufrechterhaltung der Immunität gegen Pertussis durch regelmäßige Auffrischimpfungen ist der einzig effektive Weg einer Infektion vorzubeugen und auch empfängliche Gruppen der Bevölkerung, die nicht geimpft werden können (z.B. Neugeborene), indirekt zu schützen. Eine Auffrischungsimpfung gegen Pertussis wird daher generell für alle Jugendlichen und Erwachsenen als sinnvoll und nützlich erachtet und empfohlen.
Seit 1999 werden im Rahmen des Impfkonzepts nur mehr azelluläre Kombinationsimpfstoffe verwendet. Diese haben eine ausgezeichnete Verträglichkeit.
Nur durch eine sehr hohe Durchimpfungsrate kann verhindert werden, dass auch noch nicht geimpfte Säuglinge , die besonders schwer erkranken, infiziert werden.

Pneumokokken

Pneumokokken verursachen bei Säuglingen und Kleinkindern schwere invasive Erkrankungen (Sepsis, Meningitis), Lungenentzündung und häufig Mittelohrentzündung. Nach den Untersuchungen von Kollaritsch u.a. entspricht die Verteilung der Serogruppen bei schweren Erkrankungen auch in Österreich den Befunden anderer europäischer Länder. Durch die Verfügbarkeit eines konjugierten Impfstoffes (PNC) gegen die wichtigsten Serogruppen ist eine Impfung bereits in den ersten beiden Lebensjahren möglich und auch allgemein empfohlen, auch wenn durch die große Zahl der Serogruppen der Schutz vor Mittelohrentzündung nur teilweise gegeben ist. Der dzt. Verfügbare 7-fach-Impfstoff bietet demnach eine Serogruppenabdeckung von 85% für Sepsis bzw. von 90% für Meningitis.
Nach dem 2. Lebensjahr wird die Impfung für Risikogruppen (s. Tabelle 4) mit einem nicht konjugierten Mehrfach-Impfstoff durchgeführt bzw. ergänzt.
Bei älteren Menschen verursachen Pneumokokkeninfektionen schwerwiegende Atemwegserkrankungen. Die Durchimpfungsrate in Österreich ist speziell im geriatrischen Bereich noch viel zu niedrig, dadurch werden Senioren gefährdet und erliegen auch häufig einer Pneumokokkeninfektion. Die Impfung wird daher ab dem 60. Lebensjahr, eine Wiederholung der Impfung mit 65 und 75 Jahren empfohlen.

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Das Ausrottungsprogramm der WHO macht weiter gute Fortschritte. Bereits zwei der sechs WHO-Weltregionen sind 1999 frei von Poliomyelitis. Am 21. Juni 2002 konnte auch die WHO-Region Europa als frei von Poliomyelitis erklärt werden. Dennoch wurden im Jahr 2000 noch weltweit 2.599 und im Jahr 2001 etwas mehr als 500 Poliomyelitisfälle gemeldet. Wegen der Behinderung von Impfprogrammen durch kriegsähnlicher Konflikte in einigen Regionen, konnte das Ziel der WHO die Poliomyelitis bis Ende 2000 global auszurotten nicht verwirklicht werden. Ein neues Ziel ist nunmehr die Ausrottung bis 2005 zu erreichen. Eine Weiterimpfung ist daher noch längere Zeit erforderlich. Da die sehr erfolgreiche orale Impfung (OPV) als sehr seltene Nebenwirkung (1 Fall auf 890.000 Erstimpfungen) eine Polio-Lähmung hervorrufen kann, wird für die Immunisierung nur mehr ein Polio-Totimpfstoff (IPV) verwendet. Für den Fall einer Polio-Einschleppung können Sonderregelungen für OPV getroffen werden.

Röteln

Bei der Rötelninfektion in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten kann es zu schweren Embryopathien kommen. Früher wurden daher 13-jährige Mädchen gegen Röteln geimpft. Durch die Rötelnimpfung beider Geschlechter als Masern-Mumps-Röteln Impfung soll die Zirkulation des Rötelnvirus weiter zurückgedrängt werden, um das Fehlbildungsrisiko auch bei Kindern von nicht immunen Frauen weiter zu reduzieren.

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Der Wert dieser Impfung ist unbestritten. Tetanuserreger kommen weltweit vor. Sie finden sich besonders im Straßenschmutz, in Blumenerde ebenso wie in Ausscheidungen von Nutztieren. Bei Infektion kommt es nach unspezifischem Krankheitsbeginn zu Spasmen der Muskulatur (Kiefersperre). Absolut lebensbedrohlich sind die Lähmungen der Atemmuskulatur. Die Fortschritte der Intensivmedizin haben die Behandlungs-möglichkeiten verbessert, trotzdem sterben noch etwa 20 bis 30 % der an Tetanus Erkrankten.

Tollwut

Die Tollwut, die bei Angehen der Infektion tödlich endet, ist eine Rarität geworden; der letzte Fall in Österreich wurde 1979 diagnostiziert. Durch die Fuchsköderimpfung in Österreich in den 90er Jahren konnte die Tollwut bei Tieren bis auf einen grenznahen Herd im Burgenland (2000: 1 Fuchs) ausgerottet werden. Eine Infektion nach Hundebiss ist daher im Regelfall nicht mehr möglich. Allerdings wurden 2002 vom BMSG mit GZ 30.517/34-VII/12/02 wieder einige Bezirke in den Bundesländern Burgenland, Niederösterreich und Kärnten als tollwutverseuchte Gebiete gemäß §2 Z1 der Fuchs-Tollwutbekämpfungsverordnung bekanntgegeben.
Achtung: Importierte Hunde aus Endemiegebieten können aber auch in Österreich noch Menschen gefährden. Obwohl in Österreich noch keine tollwütige Fledermaus diagnostiziert wurde, sind Infektionen durch Fledermäuse möglich.
Die nunmehr gut verträgliche Tollwutimpfung ist eine Impfung für Reisende in Endemiegebiete und für beruflich möglicherweise Exponierte geworden. Sie ist zur prä- oder postexpositionellen Verabreichung geeignet.

Varizellen (Windpocken, Feuchtblattern)

Varizellen sind keine harmlose Infektionserkrankung, da schwere Komplikationen vorkommen können. Daher gehört diese Impfung z.B. in den USA bereits zu den allgemein empfohlenen Impfungen. In Europa ist vorgesehen, die Impfung gegen Varizellen mit Verfügbarkeit eines Kombinationsimpfstoffes Masern-Mumps-Röteln-Varizellen (MMR-V) allgemein zu empfehlen.
In seltenen Fällen kann eine Varizellen-Zoster-Virusinfektion innerhalb der ersten 20 Schwangerschafts-wochen zu Fehlbildungen beim Feten führen. Daher ist allen seronegativen Frauen im gebärfähigen Alter eine Varizellenimpfung vor Eintritt einer Schwangerschaft zu empfehlen.

Näheres siehe "Der Österreichische Impfplan"