Druckansicht
Ist Zimt als Gewürz schädlich?
 
 
In jüngster Zeit ist der Cumaringehalt von Zimt in Diskussion geraten, da als Gewürz meist der preisgünstigere Cassia-Zimt (Cinnamomum cassia, auch: chinesischer Zimt) in den Handel kommt. Cassia-Zimt enthält üblicherweise mehr Cumarin als der etwas teurere und nur in sehr geringen Mengen verfügbare Ceylon-Zimt (Cinnamomum verum, Synonyme C. zeylanicum oder C. ceylanicum).

Cumarin ist ein natürlich vorkommender sekundärer Pflanzenstoff, der in vielen Gräsern, in Erdbeeren, Datteln, und im Waldmeister vorkommt. Hohe Dosen von Cumarin können zu Leber- und Nierenschäden, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Benommenheit führen, sehr hohe Dosen führen zu Bewusstlosigkeit und Atemlähmung.

Bei Zimtpulver ist es für den Verbraucher kaum möglich, Ceylon-Zimt von Cassia-Zimt zu unterscheiden. Anders ist das bei Zimtstangen: Während bei Cassia-Zimt eine relativ dicke Rindenschicht zu einem Röllchen eingerollt ist, ähnelt eine Ceylon-Zimt-Stange im Querschnitt einer angeschnittenen Zigarre - mehrere feine Rindenlagen sind zu einer Zimtstange gerollt, so dass ein vergleichsweise eng gepackter Querschnitt resultiert.

Die in der Apotheke erhältliche offizinelle Zimtrinde (d.h. Zimt in Arzneibuchqualität) stammt ausschließlich vom Ceylon-Zimt. Zur Unterscheidung von Chinesischem Zimt und Ceylon-Zimt (auch Kaneel-Zimt oder Malabar-Zimt genannt) kann im Apothekenlabor die Reaktion mit Barytwasser herangezogen werden. Wird das Zimtpulver auf dem Objektträger mit 2 – 3 Tropfen einer 10 %igen wässrigen Bariumhydroxidlösung befeuchtet, so treten nach 1 – 2 min unter UV 366 nm bei Ceylon-Zimt blass-blaugrüne und beim Cassia-Zimt gelblichgrüne Fluoreszenzfarben auf.

Cinnamomum zeylanicum aus dem Arzneibuch enthält weniger als 0,0008 % Cumarin. Verfälschungen enthalten immer mehr als 0,03 % Cumarin. Siehe Hinweis der Arzneimittelkommission deutscher Apotheker unter http://abda-online.org/1026.html

Empfehlung der AGES - Österreichische Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit (vom Dez. 2006):
Aus heutiger Sicht der AGES-Risikobewertung besteht bei normalem Konsum von Produkten, die Zimt enthalten, wie z.B. klassische österreichische Mehlspeisen oder Weihnachtsgebäck, keine Gefahr einer Gesundheitsschädigung. Eine in der Weihnachtszeit höhere Aufnahme gleicht sich bei Betrachtung über den Zeitraum eines Jahres im Allgemeinen aus. Zur AGES www.ages.at

Die Befürchtung, dass Cumarin auch krebserregende Eigenschaften haben könnte, wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit in ihrer 2004 publizierten Stellungnahme zur Genotoxizität von Cumarin widerlegt. Siehe http://www.efsa.europa.eu/de/efsajournal/doc/104.pdf