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Praktische Tipps für gesunde Ernährung
 
Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall
 
Herzinfarkt und Schlaganfall sind bei uns immer noch Todesursache Nummer 1. Es gibt einige Faktoren, die das Risiko für Gefäßkrankheiten und damit Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. Dazu gehören unter anderem ungesunde Lebensweise, angeführt von Übergewicht und Bewegungsmangel. Um das Gesundheitsrisiko zu senken, muss jeder schon frühzeitig aktiv werden. Denn die Folgen einer falschen Ernährung zeigen sich oft erst nach vielen Jahren. Warten Sie nicht so lange! Der sicherste Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall ist Bewegung, nicht rauchen und gesunde Ernährung.

Wie diese herzgesunde Ernährung aussehen soll, weiß man spätestens seit der sogenannten 7-Länder-Studie, an der Bewohner von sieben Mittelmeerländern teilnahmen. Das Ergebnis: Kreta schnitt am besten ab, seine Bewohner sind am gesündesten, haben am wenigsten Herzinfarkt und erkranken nur selten an Krebs. Die Kennzeichen der kretischen Küche: wenig Fleisch, viel Gemüse, viel Brot, viel cholesterinsenkendes Olivenöl.

BALLASTSTOFFE

Die Bedeutung der Ballaststoffe wurde in den letzten 20 Jahren wissenschaftlich umfassend erforscht. In chemischen und physiologischen Untersuchungen konnte ihr Einfluss auf verschiedene Zivilisationskrankheiten wie Darmkrebs, Herzerkrankungen, Diabetes und Obstipation erklärt werden. Sie wirken sowohl auf den Stoffwechsel der Lipide, der Kohlenhydrate und der Mineralstoffe. Gemäß der Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (1991) sollte die tägliche Aufnahme bei 3 g/MJ ca. 30 g/Tag liegen, um das Auftreten der genannten Erkrankungen zu vermeiden. In Österreich liegt die Aufnahme derzeit bei 23g/Tag.

Als Ballaststoffe werden diejenigen Bestandteile der Nahrung angesehen, die praktisch unverdaut den Dünndarm passieren und somit als Energieträger nicht direkt zur Verfügung stehen. Sie werden jedoch in Abhängigkeit von ihrem strukturellen Aufbau durch die Dickdarmflora teilweise, weitgehend oder vollständig verwertet. Ballaststoffe sind vor allem pflanzliche Zellwandpolysaccharide, wie Cellulose, Hemicellulosen und Pektin.

Eigenschaften der Ballaststoffe:
Sie sind durch hohes Wasserbindungsvermögen, Ionenaustauscherkapazität und Adsorp-tionsfähigkeit von organischen Stoffen, wie z.B. Gallensäuren gekennzeichnet.

Wirkung der Ballaststoffe:
Lösliche Ballaststoffe wie Pektine, Hemicellulosen und Quellstoffe werden von den Darmbakterien weitgehend zu niederen
Fettsäuren (Essig- und Propionsäure) und Gasen abgebaut und tragen so zu ihrer Vermehrung bei. Auch unlösliche Ballaststoffe können teilweise von den bakteriellen Enzymen gespalten und verwertet werden. Beide Vorgänge tragen zu einer Erhöhung des Stuhlvolumens und somit einer Verkürzung der Transitzeit bei. Der verringerte Kontakt des Stuhles mit der Darmwand vermindert das Dickdarmrisiko. Ihr hohes Wasserbindungsvermögen bewirkt einen Anstieg der Viskosität in den Verdauungsorganen und senkt dadurch den postprandialen Glucosespiegel. Ihre Fähigkeit, Gallensäuren zu binden, führt zu einer Senkung des Cholesterinspiegels in Leber und Serum.

Quellen der Ballaststoffe:
Aus der österreichischen Agrarstatistik lässt sich ableiten, dass 41 % der Ballaststoffe aus Getreide und 31 % aus Obst und Gemüse stammen. Die wichtigste Quelle für Ballaststoffe ist also das Getreide und daraus hergestellte Produkte. Da sich im Getreidekorn die Ballaststoffe in den äußeren Schalenteilen (Frucht- und Samenschale) befinden, ist ihr Anteil bei dunklen Mehlen höher als bei hellen (z.B. 3.3 g in Weizenmehl Type 480, jedoch ca. 11 g in Weizenvollkornmehl). In den handelsüblichen Broten sind durchschnittlich zwischen 3 und 6 g pro 100g Frischgewicht enthalten. Der Ballaststoffgehalt in Gemüse und Obst ist wegen des hohen Wassergehaltes sehr niedrig (um 2 % pro 100 g Frischgewicht). Eine Ausnahme stellen jedoch die Leguminosen dar, deren Gehalt zwischen 3 und 7 % pro 100 g gekochtem Produkt liegt.

Empfehlung für ballaststoffreiche Kost:
Frühstück: Vollkornbrot, Vollkorntoast, Müsli oder extrudierte Frühstückscerealien
Zwischenmahlzeiten: Obst oder rohes Gemüse, Müsliriegel oder Vollkornkekse
Mittagessen: große Portion von Gemüse und Kartoffel, wenig Fleisch, so oft wie möglich Leguminosen essen, normale Teigwaren durch Vollkornprodukte ersetzen, Kompott oder Dörrobst als Nachspeise
Nachtmahl: große Portion Brot, Salat oder Rohkost, wenig Wurst

ÖSTERREICHER ESSEN ZU WENIG BROT UND GETREIDE

In den letzen Jahrzehnten ist ein stark rückläufiger Trend im Verbrauch von Brotgetreide bzw. Weizen und Roggen zu beobachten. Ernährungsphysiologisch betrachtet, sind Getreide und die daraus hergestellten Produkte für die Ernährung des Menschen sehr wertvoll, da sie reich an Nährstoffen sind.

Getreide ist nicht nur ein bedeutender Kohlenhydratlieferant, sondern versorgt den menschlichen Organismus zusätzlich mit Proteinen, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Vitaminen. Der Kohlenhydratgehalt macht 45 bis 58 % aus und der Eiweißgehalt schwankt zwischen 6 und 10 %. Der Fettanteil bei Brot ist gegenüber anderen Lebensmitteln sehr gering.

Trotz dieser offensichtlich günstigen Zusammensetzung des Brotes wird in Österreich durchschnittlich nur 119 g pro Tag verzehrt. Der überwiegende Teil der Österreicher bevorzugt Weiß- und Mischbrot, Vollkornbrot ist weniger beliebt.

Auch wenn der Konsum an Brot und Getreide zurückgegangen ist, so sind diese Produkte auch heute noch wertvolle Lebensmittel und sollten in der täglichen Kost nicht fehlen. Lebensmittelbasierte Empfehlungen gehen von einem täglichen Verzehr von 5 bis 7 Scheiben Brot aus, was rund 200 g bis 300 g Brot entspricht. Um diese Empfehlungen zu erreichen, müsste eine Verdoppelung der heute in Österreich verzehrten Brotmenge angestrebt werden - was die Nährstoffaufnahme sicherlich positiv beeinflussen könnte.

NÄHRSTOFFZUFUHR HEUTE

Der Wert einer ausgewogenen Ernährung wird durch wissenschaftliche Untersuchungen immer wieder bestätigt. Um diese allgemeine Feststellung in greifbare Richtlinien umzuwandeln, geben die Gesellschaften für Ernährung in Deutschland, Österreich und der Schweiz (D-A-CH) gemeinsame "Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr" heraus, bei deren Erarbeitung auf aktuelle Forschungsergebnisse zurückgegriffen wurde. Diese Empfehlungen beinhalten Kennzahlen, Erläuterungen und Kommentare zu jedem einzelnen Nahrungsinhaltsstoff.

Die Richtwerte dienen als Anhaltspunkte für die Zusammenstellung von Speisen. Sie beziehen sich auf unterschiedliche Altersgruppen und sichern, richtig angewendet, bei annähernd 100 Prozent der Gesunden, die Deckung des Bedarfs mit allen Nährstoffen. Gleichzeitig verhindert eine Orientierung an den Referenzwerten eine Überversorgung unter anderem mit Energie, Fett, Alkohol, Cholesterin oder Purin.

Auf einer breiten Berechnungsbasis beruhen die Angaben zur Energiezufuhr, also die empfohlenen Gesamtkalorienmengen pro Tag. Der Energieumsatz wird dabei mit Hilfe des den Körpermaßen entsprechenden Grundumsatzes sowie entsprechenden Zuschlägen für körperliche Aktivität (PAL = physical activity level) bestimmt, wobei aktuelle Referenzwerte von Körpergröße und -gewicht einfließen. Die sich dabei ergebenden Zahlen beziehen sich auf normalgewichtige Menschen, die Sport betreiben. Für den individuellen Fall muss allerdings berücksichtigt werden, dass der Grad der körperlichen Aktivität meist geringer ist.

Im Rahmen einer ausgewogenen Kost soll mehr als 50% der Energie aus Kohlenhydraten - vor allem in Brot, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Obst und Gemüse enthalten - verzehrt werden. Der Zuckerkonsum wird dabei weder zahlenmäßig eingeschränkt noch verboten, sondern ein moderater Verzehr als richtige Strategie angesehen. Fett stellt einen essentiellen Energieträger dar, der jedoch nur von Schwerstarbeitern in größerem Maße benötigt wird. Alle anderen Personen sollten maximal 30% der Nahrungsenergie aus Fett beziehen, wobei ein 20prozentiger Anteil an einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren beispielsweise aus hochwertigen Pflanzenölen empfohlen wird. Es darf aber durchaus auch weniger Fett gegessen werden, ohne dass gesundheitliche Nachteile zu befürchten wären. Ergänzt wird die Energiezufuhr durch hochwertiges Eiweiß beispielsweise aus magerem Fleisch, Fisch und Milchprodukten.

Die Empfehlungen zur richtigen Trinkmenge hängen eng mit den Richtwerten für die Energiezufuhr zusammen. Der Gesamtwasseranteil sollte demnach 2500 ml pro Tag beziehungsweise 1 ml pro Kilokalorie zugeführter Nahrung betragen. Die Kennzahlen tragen zudem der von Studien untermauerten Feststellung Rechnung, nach der ein moderater Alkoholgenuss gesundheitlich nicht von Nachteil ist. Die entsprechenden Richtwerte betragen 20 g Alkohol pro Tag für Männer und 10 g für Frauen - das entspricht etwa einem Vierterl oder einer Halben Bier. Damit soll allerdings keineswegs zu einem täglichen Alkoholkonsum geraten werden. Die Angaben stecken lediglich den Rahmen ab, in dem keine gesundheitllichen Folgen zu befürchten sind.

Die Referenzwerte für Vitamine und Mineralstoffe, ebenso wie die bereits besprochenen Richtlinien wurden auf neuesten Stand gebracht. Die Empfehlungen für die Zufuhr von Vitamin C liegen beispielsweise gegenüber früheren Jahren deutlich höher. Für gesunde Erwachsene beträgt die als sinnvoll angesehene Zufuhr nunmehr 100 mg pro Tag, davor lautete die Empfehlung 75 mg. Wer viel raucht, sollte sogar auf 150 mg pro Tag kommen. Diese Maßnahmen zielen auf die Nutzung der antioxidativen, immunstärkenden Wirkung des Vitamins. Reichlich Vitamin C findet sich in Hagebutten, schwarzen Johannisbeeren und grünem Paprika.

GESUNDHEITSSCHUTZ

Neben den nutritiven Aspekten von Nährstoffen interessieren auch präventive Effekte von Nährstoffen und Nahrungsinhaltsstoffen. Die Wissenschaft sucht nach Mitteln zur Vorbeugung gegen verbreitete Leiden wie Krebs, Arteriosklerose oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schutzfunktion verspricht man sich bisher vor allem von den Antioxidantien Vitamin C, E und Beta-Carotin, aber darüber hinaus lassen in letzter Zeit auch Effekte, die durch sekundäre Pflanzenstoffe erzielt werden, aufhorchen.

Als gesichert gelten Zusammenhänge zwischen Folsäureunterversorgung von Schwangeren und Neuralrohrdefekten bei Neugeborenen. Auch die Bedeutung von Vitamin K bei der Osteoporose-Vorbeugung steht außer Zweifel. Obwohl auf Grund fehlender Nachweise keine Empfehlungen für einzelne Nährstoffe gegeben werden können, weisen die Ernährungsgesellschaften doch auf den Wert einer obst- und gemüsereichen Kost hin. Pflanzliche Lebensmittel werden wegen ihrer antioxidativen, immunstärkenden Wirkung als wesentliche Bestandteile einer richtigen Ernährung gesehen.

FALSCHE ERNÄHRUNG ALS RISIKOFAKTOR

Eine unausgewogene Ernährungsweise kann eine Reihe von Erkrankungen hervorrufen oder fördern. Dazu zählen die meisten Zivilisationskrankheiten wie zum Beispiel Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Bluthochdruck und Gicht. Nährstoffmängel können darüberhinaus weitere Gesundheitsstörungen begünstigen. So trägt Kalziummangel zur Entstehung von Osteoporose bei, die bei älteren Menschen, insbesondere Frauen, zunehmend auftritt. Die Unterversorgung mit Spurenelementen führt zu Beeinträchtigungen des Immunsystems. Bei Kindern finden sich teilweise Mängel an Zink und Eisen. Auch einseitig zusammengestellte Außenseiterdiäten tragen immer wieder zu Versorgungsengpässen bei.

DIABETES MELLITUS

Diabetiker vor allem des Typ II waren in der Vergangenheit oft starken Einschränkungen unterworfen. Eine ausgewogene Kost schien kaum möglich. Vor einiger Zeit hat jedoch in der Ernährungstherapie der Betroffenen eine enorme Umwälzung stattgefunden. "Strenge Diätpläne" gehören der Vergangenheit an. Nun kommt es nicht mehr darauf an, möglichst keinen Zucker und wenig Kohlenhydrate zu verzehren und stattdessen auf Spezialprodukte für Diabetiker zurückzugreifen. Die neuen Richtlinien entsprechen vielmehr den Grundsätzen einer vollwertigen Ernährung, wie sie auch für Personen mit gesundem Stoffwechsel anzuraten ist.

Vollkornprodukte, frisches Gemüse und Salate, Obst, fettarme Milchprodukte, Fisch, Geflügel und hochwertige Öle bilden die Grundlage einer optimalen Ernährung auch für Diabetiker. Aufgrund des erhöhten Herz-Kreislaufrisikos (vor allem bei Typ-II-Diabetes) wird einem sparsamen Umgang mit Fett besondere Bedeutung zugemessen. Das macht das Zählen von Broteinheiten, vor allem für übergewichtige Typ-II-Diabetiker meist überflüssig. Da Gewichtsreduktion nach wissenschaftlichen Untersuchungen nur durch Fettreduktion und ein gezieltes Bewegungsprogramm erreicht werden kann, wird in diesem Fall die Kohlenhydratzufuhr nicht mehr limitiert, da dies zu erhöhter Fettzufuhr führen würde.

Ein absolutes Zuckerverbot ist nach heutigem Wissensstand nicht mehr erforderlich, vor allem bei normalgewichtigen Patienten. Zucker sollte allerdings nicht direkt, sondern nur in "natürlicher" bzw. "verarbeiteter" Form, wie etwa in Brot- und Backwaren, aufgenommen werden. Insgesamt wird ein sparsamer Umgang nahegelegt .

HERZ- KREISLAUFERKRANKUNGEN

Herz-Kreislauferkrankungen stellen eine besonders schwerwiegende, unter anderem durch Ernährung bedingte, Gesundheitsstörung dar. Mehr als die Hälfte der Todesfälle werden in Österreich dadurch verursacht. Bewegungsmangel, Nikotinkonsum, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und erbliche Veranlagung tragen ebenfalls zur Entstehung dieser Zivilisationskrankheit bei. Das Auftreten von Herz-Kreislaufkrankheiten hängt demnach wesentlich mit dem Lebensstil zusammen. Auch Bluthochdruck wird durch falsche Ernährung begünstigt. Obwohl salzarmer Ernährung nicht mehr so große Bedeutung zugemessen wird wie früher, sollten Hochdruckkranke doch stark salzhaltige Lebensmittel wie gepökeltes Fleisch, Wurst, Salami, Rohschinken, Salzheringe, Käse, Knabbereien und Ähnliches vermeiden. Auch auf übermäßiges Salzen sollte verzichtet und statt dessen vermehrt mit Kräutern gewürzt werden. Eine Gewichtsabnahme ist in den meisten Fällen hilfreich und sehr zu empfehlen!

Der gesunde Tag beginnt schon morgens. Darum rechtzeitig aufstehen, und in Ruhe frühstücken, wenn möglich gemeinsam mit der Familie. Studien haben bewiesen, dass fünf Mahlzeiten pro Tag überzeugende Vorteile für die Gesundheit haben. Wichtig ist dabei nur, dass die zugeführte Energiemenge die selbe bleibt, wie wenn man nur dreimal täglich speist. Die aufgenommene Kalorienanzahl soll auch dem persönlichen "Bedarf" entsprechen. Fünf mal zu essen, beugt Heißhunger vor, hält den Insulinspiegel konstant, und man bleibt den ganzen Tag über leistungsfähig. Außerdem bietet sich durch häufigeres Essen die Gelegenheit, der Empfehlung "5-a-day- fünf Mal am Tag Obst und Gemüse essen" gerecht zu werden. Dabei handelt es sich um eine Essstrategie, die nahelegt, mindestens fünf Mal am Tag auch zu Obst und Gemüse zu greifen, um eine optimale Zufuhr der wertvollen pflanzlichen Inhaltsstoffe zu sichern.

  • Das erste Frühstück ist das Sprungbrett für den Tag.
    Ein ausreichendes und abwechslungsreiches Frühstück, vor allem mit Fruchtsaft, Obst, Müsli, Vollkorn- und Milchprodukten, sorgt für Leistungsfähigkeit am Vormittag.
  • Die Vormittagsjause liefert zusätzliche Nährstoffe.
    Die Jause oder das zweite Frühstück ergänzt die Morgenmahlzeit. In erster Linie sollte sie aber vitamin- und mineralstoffreich sein.
  • Das Mittagessen stellt eine wichtige Hauptmahlzeit dar.
    Mittags sollte nicht zu umfangreich und nicht zu schwer gegessen werden. Große Mahlzeiten erfordern intensive Verdauungsarbeit. Es soll höchstens ein Drittel der täglichen Gesamtenergie aufgenommen werden.
  • Die Nachmittagsjause hilft aus dem Tief.
    Die Nachmittagsmahlzeit soll wie das zweite Frühstück reich an Vitalstoffen sein. Sie hilft mit, den Organismus munter zu halten.
  • Das Abendbrot soll Abwechslung schaffen.
    Nährstoffe, die während des Tages im Speiseplan nicht mit berücksichtigt wurden, sollen abends eingeplant werden.

NÄHRSTOFFRELATIONEN

Die tägliche Grundnährstoffzufuhr wird auf Basis des Gesamtenergiebedarfs berechnet. Generell sollte unsere tägliche Nahrung aus
  • 10 bis 15 % Eiweiß
  • 30% Fett und
  • 55 bis 60 % Kohlenhydraten bestehen.
Diese Werte in der individuellen Ernährung zu erreichen, heißt im Klartext, mehr Obst und Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Getreideprodukte aus vollem Korn sowie magere Milchprodukte und weniger tierische Fette, Fleisch oder Fleischerzeugnisse zu essen.

PRAKTISCHE TIPPS FÜR GESUNDE ERNÄHRUNG
  • Morgens rechtzeitig aufstehen und in Ruhe frühstücken, wenn möglich gemeinsam mit der Familie.
  • Mehr pflanzliche Eiweißträger essen: Brot- und Beilagenportionen wie Kartoffeln, Nudeln, Reis und Gemüse vergrößern.
  • Fettarm essen und kochen. Magere Milchprodukte, Obst, Gemüse und Getreideprodukte bevorzugen.
  • Die richtigen Öle und Fette auswählen.
  • Sich Lebensmittel zu verbieten, führt meist zu übertriebenem Verlangen danach. Besser: Maßvoll genießen.
  • Abwechslungsreich essen, das fördert die ausreichende Versorgung mit wertvollen Nährstoffen.
  • Neues ausprobieren beispielsweise verschiedene Fischgerichte oder Saisongemüse.
  • Lieber weniger, aber öfters essen, die richtige Mahlzeitfrequenz hält fit.
  • Ausreichend Trinken. Zwei bis drei Liter pro Tag gelten als sinnvoll - bei Hitze, Durchfall, Erbrechen und Fieber auch ein Vielfaches.

SPORT UND LEISTUNGSFÄHRIGKEIT

Ob Freizeit- oder Leistungssportler - bei jeder körperlichen Aktivität wird der Organismus gefordert. Eine wesentliche Grundvoraussetzung für körperliche Leistungsfähigkeit ist richtige Ernährung. Schnelle Ermüdung und verminderte Konzentration sind die Folgen, wenn der Körper nicht ausreichend mit "Treibstoff" versorgt wird.

Nahrung liefert die Energie für jede Leistung des Körpers. Dabei kommt es allerdings nicht nur auf die Menge, sondern vor allem auf die entsprechende Zusammensetzung der Speisen an. Während der Bedarf bei Spitzensportlern manchmal durch die normale Ernährung nicht mehr gedeckt werden kann, reicht beim Hobbysportler meist eine ausgewogene Mischkost.

Die jeweils benötigte Energie bezieht der Organismus aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen, die entweder aus der Nahrung oder aus im Körper gespeicherten Glykogen- und Fettdepots stammen. Eine grundsätzliche Empfehlung für die Nährstoffverteilung lautet: 55-60 Prozent Kohlenhydrate, 10-15 Prozent Eiweiß und 25-30 Prozent Fett.

Empfehlenswert sind kohlenhydratreiche Speisen mit einer hohen Nährstoffdichte, also vitamin-, mineralstoff- und ballaststoffreiche, jedoch gleichzeitig fettarme Produkte wie Müsli, Brot, Nudeln, Kartoffeln, Obst, Gemüse oder Hülsenfrüchte.

Nur sehr intensiv trainierende Sportler haben einen erhöhten Eiweißbedarf. Sie benötigen Eiweiß für die Neubildung und Erhaltung der größeren Muskelmasse. Da der relativ geringe Eiweißbedarf des Körpers durch die übliche Kost meist ohnehin überschritten wird, benötigt der Freizeitsportler keine zusätzliche Eiweißzufuhr. Fettarme Eiweißquellen sind magere Milchprodukte wie Topfen, Joghurt und Käse, Fisch und mageres Fleisch.

Bei längerer körperlicher Belastung greift der Körper auf seine Fettspeicher zurück, die auch bei einem schlanken Menschen ausreichend groß sind. Es muss nicht extra fettreich gegessen werden. Empfehlenswerte Fette sind hochwertige Pflanzenöle wie Raps-, Sonnenblumen-, Maiskeim- oder Olivenöl.

Ebenso wichtig wie das Essen ist beim Sport auch das Trinken. Durch Schweiß verliert der Körper neben Wasser auch wichtige Mineralstoffe, die zur Aufrechterhaltung der Leistungsfähigkeit notwendig sind. Rechtzeitig, aber nicht unmittelbar vor dem Sport sollte ausreichend getrunken werden. Geeignet sind mit Mineralwasser verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte, Früchtetees oder Molkegetränke.

MYTHEN UND FALSCHMELDUNGEN IN DER ERNÄHRUNG

Wie in vielen anderen Bereichen gibt es auch auf dem Gebiet der Ernährung zahlreiche Märchen, die jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren, aber oft für Verunsicherung sorgen. Hier einige Richtigstellungen:
  • Wer Mahlzeiten auslässt nimmt ab!
    Stimmt nicht! Oft wird bei der nächsten Mahlzeit mehr gegessen. Außerdem schaltet der Körper auf Sparflamme und verbraucht weniger Energie, sodass es sogar zur Gewichtszunahme kommen kann.
  • Nicht mehr als drei Mahlzeiten pro Tag!
    Keine gute Idee! Denn wer zwischendurch isst vermeidet Heißhunger-Attacken und vermeidet Leistungstiefs. Ein schmackhafter Snack kann zur Vitamin- und Mineralstoffversorgung beitragen.
  • Zucker macht krank!
    Eine schlechte Ausrede für falsche Ernährungsgewohnheiten! Krank macht vor allem Überernährung aber auch mangelnde Versorgung mit Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen sowie zuviel Fett im Essen.
  • Hände weg von Konservierungsmitteln!
    Unsinn! Ohne Konservierung wären viele Lebensmittel von gefährlichen Bakterien und Schimmelpilzen durchsetzt. Konservierungsmittel mit E-Nummern sind erprobt und sicher.
  • Zucker fördert Karies!
    Zucker ist ein Kohlenhydrat und alle Kohlenhydrate können Karies fördern, wenn keine entsprechende Mund- und Zahnpflege stattfindet. Wer regelmäßig putzt kann ruhig hie und da naschen!
  • Verarbeitete Lebensmittel sind weniger nahrhaft als Rohkost!
    Nicht immer! Manche Lebensmittel entfalten erst durch die Zubereitung ihr Wirkstoffpotential. So beispielsweise Karotten und Tomaten: Beim Kochen werden Carotinoide und Lykopene - gesundheitsfördernde Antioxidantien - freigesetzt. Andere Lebensmittel enthalten Giftstoffe, die erst durch die Zubereitung unschädlich gemacht werden, beispielsweise Bohnen und Fisolen. Kartoffel wären ohne Kochen unverdaulich, andere Gemüsesorten wie etwa Broccoli verlieren erst beim Dünsten ihren bitteren Geschmack.
  • Kohlenhydrate und Eiweiß sind getrennt besser verdaulich!
    Das ist eine längst überholte Annahme! Ende des 19. Jahrhunderts stellte Dr. Hay in seiner Ernährungslehre diese Vermutung auf. Die moderne Ernährungswissenschaft konnte den Gegenbeweis antreten.
  • "Light"-Produkte helfen beim Abnehmen!
    Nicht unbedingt! Zum einen findet man unter die Bezeichnung "light" verschiedene Produktgruppen wie etwa fettarme, zuckerfreie, alkoholreduzierte oder ballaststoffreiche Lebensmittel, die nicht unbedingt wenig Kalorien haben müssen. Zum anderen können künstliche Süßstoffe das Hungergefühl erhöhen, da der Körper auf Grund des Geschmacks Zucker erwartet, vermehrt Insulin ausschüttet und dadurch der vorhandene Blutzucker abgebaut wird.
  • Besser Fett vollständig vermeiden!
    Auch wenn zu fettes Essen eines der größten Ernährungsprobleme unserer Zeit darstellt, sollte man nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Fett ist, im richtigen Maß genossen, ein wichtiger Baustein für die Zellen, denn es enthält die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K . Besser also weniger aber hochwertiges Fett, vorzugsweise Sorten, die einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren enthalten, verwenden.
  • Die Fett i. Tr. Angabe hilft Kalorien sparen!
    Die Angabe "Fett in Trockenmasse" bei Käse hilft leider nur begrenzt weiter. Ein Frischkäse, der viel Wasser enthält, kann trotz hohem F. i. Tr. Prozentsatz im fertigen Produkt weniger Kalorien pro 100g aufweisen als beispielsweise Hartkäse mit niedrigerem Fettgehalt in der Trockenmasse.
  • Zucker ist ein Vitaminräuber!
    Ein ganz altes Märchen! Vitamin B1 spielt zwar im Zuckerstoffwechsel eine Rolle, es wird dabei aber nicht vom Zucker "gefressen" wie manche behaupten, sondern bleibt erhalten.
  • Friss die Hälfte!
    Falsch! Isst man zu wenig, so drosselt der Körper den Energieverbrauch und man nimmt leichter zu. Lieber das Richtige essen, das heißt Kohlenhydrate aus Getreideprodukten, Obst und Gemüse, mageres Eiweiß und wenig Fett.
  • Alkohol macht nicht dick!
    Völlig unrichtig! Je höher der Alkoholgehalt desto mehr Kalorien. Außerdem bremst der Genuss von Bier, Wein und Spiritousen die Fettverdauung.
  • Zucker verursacht Diabetes!
    Kann man nicht so vereinfachen. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse kein Insulin bilden kann (Typ 1) oder bei der dieser Botenstoff in Folge von starkem Übergewicht und einer Veränderung des Hormonhaushaltes nicht mehr richtig wirken kann. Bei den Patienten können die Zuckermoleküle aus der Nahrung nicht mehr von den Zellen aufgenommen und verwertet werden. Sie verbleiben im Blut, wodurch der Blutzuckerspiegel ansteigt. Neben genetischen Faktoren ist die Hauptursache für Diabetes Übergewicht. Eine ungesunde Ernährung, zu der auch Zucker und Süßigkeiten im Übermaß zählen, kann dazu beitragen, dass jemand Zuckerkrank wird.
  • Vegetarier nehmen schneller ab!
    Ob man Fleisch isst oder nicht, entscheidet nicht darüber ob die Nahrung viele Kalorien enthält. Nüsse, Käse oder Öle sind energiereiche Lebensmittel. Um abzunehmen müsste man vor allem Kartoffeln, Brot, Nudeln, Reis, Obst und Gemüse essen.
  • Bei heißem Wetter benötigt der Körper weniger Nahrung!
    Das Abkühlen des Organismus durch Schwitzen verbraucht ebensoviel Energie wie das Aufwärmen an kalten Tagen. Wenn also der Appetit zufolge der Hitze sinkt, sollte trotzdem auf eine ausreichende Nährstoffversorgung geachtet werden. Auch ausreichendes Trinken sorgt für Mineralstoffzufuhr.
  • Zucker verursacht Candida-Infektionen!
    Eine These für die es keinerlei Beweis gibt. Studien zeigen, dass der Hefepilz Candida albicans ein normaler Bestandteil der Darmflora ist. Die Ernährung hat darauf keinen Einfluss. Zum Problem kann der Pilz außerdem nur bei Schwerkranken werden.