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Reizdarm: Bauchkrämpfe, Verstopfung, Durchfall oder Blähungen
 
 
Man schätzt dass etwa 10 - 20 Prozent der Bevölkerung unter dem Reizdarm-Syndrom (RDS, englisch: Irritable Bowel Syndrome, IBS) leiden. Die typischen Symptome sind Bauchkrämpfe, Verstopfung, Durchfall oder Blähungen, die meist bei psychischer Belastung (Stress, Leistungsdruck, Depressionszustände) oder nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auftreten. Betroffen sind überwiegend berufstätige Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Das Reizdarmsyndrom kann Symptome aller möglichen Darmerkrankungen nachahmen, deshalb ist eine genaue gastroenterologische Untersuchung wichtig. Ist die Diagnose RDS einmal gesichert, so ist die dringendste therapeutische Maßnahme, dem Patienten zu versichern, dass es sich um keine tödliche oder „gefährliche“ Krankheit handelt.

Einen Reizdarm behandelt man symptomatisch, d.h. es können nur die Beschwerden durch eine Diät und durch verschiedene Arzneimittel gelindert werden. Man gibt je nach den Symptomen Mittel gegen Verstopfung oder gegen Durchfall, weiters können niedrig dosierte Antidepressiva gegen Schmerzen und zur Verbesserung der Darmmotilität verschrieben werden. Leidet der Patient unter starken Schmerzen und eher flüssiger Stuhlkonsistenz, sind anticholinerg wirkende trizyklische Antidepressiva (Amitriptylin, Imipramin) in niedrigen Dosen sinnvoll, bei Verstopfung können niedrig dosierte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI, z.B. Citalopram) eingesetzt werden. Hierbei wird die mögliche Nebenwirkung von Obstipation bzw. Diarrhoe der jeweiligen Medikamente genützt. Gegen Blähungen können Simethicon oder Dimethicon-haltige Mittel eingesetzt werden.

Unter der Vielfalt an Behandlungsmöglichkeiten sind pflanzliche Heilmittel durchaus im Trend. Als natürliche Verdauungshilfe können Flohsamenschalen oder Leinsamen helfen, probiotische Präparate werden zur Sanierung der Darmflora eingesetzt und eines der ältesten Mittel, den Darm zu beruhigen und Schmerzen zu lindern, ist die Pfefferminze. Pfefferminzöl in Kapseln (z.B. Colpermin ®, Medicalm® ): Durch eine spezielle Beschichtung passieren die Kapseln den Magen und oberen Dünndarm unbeschadet. Erst im späten Abschnitt des Darms lösen sie sich auf und entfalten ab dort ihre Wirkung, also genau dort, wo die Beschwerden entstehen – ohne den Körper unnötig zu belasten.

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Zum Beitrag von Mag.pharm. Irina Schwabegger-Wager in der TV Sendung "Heute Leben"

Selbsthilfegruppen:
Österreichische Patienteninitiative Reizdarm
Vorgartenstraße 145-157/Stg.1/EG
1020 Wien
www.reizdarm-selbsthilfe.at


Hinweis: Die Nennung von Arzneimitteln stellt keinesfalls eine Empfehlung, Verkaufsförderung oder Bewerbung der einzelnen Produkte in welcher Weise auch immer dar. Insbesondere hinsichtlich Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und sonstigen Informationen ist der Arzt oder Apotheker beizuziehen.