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Arzneimittel: Entwicklung
 
10.000 Substanzen untersucht - ein neues Arzneimittel darunter
 
Der lange Weg vom Molekül zum Arzneimittel

Arzneimittel sind für die Behandlung vieler, vor allem auch schwerer Erkrankungen und Leiden unentbehrlich. Zweifellos haben Arzneimittel einen großen Anteil an der hohen Lebenserwartung, die seit dem Jahre 1900 in Europa um durchschnittlich mehr als 20 Jahre zugenommen hat. Immer wirksamere Mittel geben die Möglichkeit, immer mehr Krankheiten immer besser zu heilen. Antibiotika haben zum Beispiel den noch vor wenigen Jahrzehnten gefürchteten Infektionskrankheiten viel von ihren Schrecken genommen, Pocken sind dank der Impfprogramme weltweit ausgerottet, Tuberkulose, Polio, Tetanus, Hepatitis und FSME, um nur einige zu nennen, werden heute ebenfalls durch Impfungen wirksam abgewehrt.

Es ist für uns heute selbstverständlich, dass es wirkungsvolle und gut verträgliche Arzneimittel gibt, die möglichst keine unerwünschten Wirkungen haben sollten.

10.000 Substanzen untersucht - ein neues Arzneimittel darunter

Weltweit arbeiten Wissenschaftler vieler Fachrichtungen daran, bessere und wirkungsvollere Präparate zu entwickeln und neue gegen bisher unheilbare Krankheiten zu finden. Aber der Weg eines neuen Arzneimittels bis in die Apotheke ist lang. Von etwa 10.000 untersuchten chemischen oder organischen Substanzen erreichen nur ein bis fünf Wirkstoffe als Medikament die Zulassung bei der Gesundheitsbehörde, für die verständlicherweise die Sicherheit im Mittelpunkt steht. Oft vergehen mehr als 10 Jahre, bevor aus einer Wirksubstanz das fertige Medikament wird.

Testserien

Entdeckt man einen neuen Wirkstoff, der für ein bestimmtes Einsatzziel vielversprechend erscheint, so beginnt eine Reihe von Tests und Untersuchungen. In der „Präklinischen Phase“ werden die Substanzen an Zellkulturen, Computermodellen oder in behördlich genehmigten Tierversuchen beobachtet.

Einsparung von Tierversuchen

Überflüssige, unnötige Tierversuche stehen zu Recht im Kreuzfeuer der Kritik. In Österreich werden diese Versuche seit 1990 durch Bestimmungen des Tierversuchsgesetzes genau geregelt. Durch dieses Gesetz wurden viele Tierversuche verboten. Ein besonders berüchtigtes Testverfahren, der sogenannte LD-50-Test, zur Ermittlung der akuten Giftigkeit wird nun nicht mehr angewendet. LD steht für letale, also tödliche Dosis, und 50 steht für 50% oder die Hälfte aller Versuchstiere. LD 50 ist die Dosis einer chemischen Substanz, bei der die Hälfte der Versuchstiere stirbt. Auch bei Arzneimitteln wird der LD-50-Test heute durch andere Prüfverfahren ersetzt.

Erste Daten über die Wirksamkeit eines neuen Medikamentes und über sein Verhalten in einem lebenden Organismus gewinnt man aber nach wie vor aus dem Tierversuch.

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