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Herpes - wenn die Fieberblasen blühen
 
Wer zu Fieberblasen neigt, findet in der Apotheke eine Reihe wirksamer Präparate
 
Jeder kennt die lästigen Fieberblasen, auch Lippenherpes genannt. Das Wort Herpes kommt aus dem Griechischen und bedeutet "kriechen" oder "schleichen", und das beschreibt sehr zutreffend die Ausbreitung der Hautschäden um den Mund, die für diese Krankheit charakteristisch sind.

Neun von zehn tragen sie in sich: Fieberblasenviren oder Herpes simplex Typ I Viren. Man bekommt sie meist als Kind und zwar von den Eltern. Das fällt noch nicht auf, denn bei der Erstinfektion treten keine Symptome auf. Über die Mundschleimhaut, winzige Verletzungen der Lippen oder der Gesichtshaut bahnen sich die Viren ihren Weg in das Körperinnere. Dort wandern sie entlang von Nervenbahnen in Nervenknoten, wo sie vom Immunsystem erst einmal geschützt sind. Verschiedene Anlässe wie z.B. ein grippaler Infekt, ein Aufenthalt im grellen Sonnenlicht, körperliche Erschöpfung, Stress oder die monatliche Regelblutung usw. können die Immunlage so verändern, dass sie den Herpes-Viren die Chance geben, ihre »Quarantäne« zu verlassen und eine Fieberblaseninfektion hervorzurufen. Ein Kribbeln, Jucken und ein leichtes Spannungsgefühl in den Lippen kündigt die Fieberblasen an.

Rund 15 bis 30 % der Bevölkerung leiden unter diesen unangenehmen schmerzhaften und immer wiederkehrenden Blasen auf den Lippen. Die in den Bläschen enthaltene gelbliche Flüssigkeit ist hoch infektiös, sodass die Gefahr besteht, dass die Herpes-Viren auch auf andere Körperstellen übertragen werden. Man kann am ganzen Körper Herpes bekommen, auch an den Fingern im Nagelbett oder am Auge und im Genitalbereich. Natürlich kann man auch andere Menschen mit dem Virus anstecken.

TIPPS von der Apothekerin:

    • Die gefüllten Bläschen bzw. aus ihnen ausgetretene Flüssigkeit nicht mit den Fingern berühren, sondern mit einem Papiertaschentuch abtupfen und auf entsprechende Hygienemaßnahmen achten.
    • Schon bei den ersten Anzeichen (Kribbeln, Jucken bzw. Spannungsgefühl in den Lippen) schnell eine geeignete Fieberblasensalbe aus der Apotheke auftragen. Zahnpasta ist nicht das geeignete Mittel, da sie oft zu viel Fluorid enthält.
    • Der Erfolg der medikamentösen Behandlung mit virenhemmenden Salben hängt vom möglichst frühzeitigen Einsatz und von der regelmäßigen Anwendung im vorgeschriebenen Zeitintervall ab. Je nach Wirkstoff variiert sie von 5 x täglich im Abstand von 4 Stunden bis 10 x täglich im Abstand von etwa 2 Stunden.
    • Auf pflanzlicher Basis können Sie melissenhältige Salben verwenden. Die in der Zitronenmelisse enthaltenen Inhaltsstoffe schützen die nicht infizierten Zellen vor dem Eindringen der Herpesviren. Sie verhindern ein »Platzen« der Zelle. Dadurch kann die Ausbreitung des Virus verhindert werden.
    • Ist die Blase erst mal aufgeplatzt, verwenden Sie am Besten nur noch eine gute Heilsalbe mit Zink. Zink fördert die Wundheilung. Sie können es aber auch als Tablette einnehmen.
    • Wenn Fieberblasen nach zehn Tagen nicht abgeheilt sind oder mehrmals im Monat auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen. Verschleppte Infekte müssen mit Tabletten bekämpft werden.

Zur Vorbeugung sind alle Maßnahmen geeignet, die das Immunsystem stärken. Das reicht von ausgewogener und vitaminreicher Ernährung über genügend Schlaf und Bewegung bis zum Bemühen um seelische Ausgeglichenheit. Auch pflanzliche und homöopathische Immunstimulantien sind zur Stärkung des Immunsystems gut geeignet. Wer zu Fieberblasen neigt, sollte bei starker Sonneneinstrahlung auch an die Lippen denken, denn hier enthält die Haut keine schützenden Pigmente. Besonders im Hochgebirge oder am Meer brauchen die Lippen einen besonders hohen Lichtschutzfaktor.


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