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Tipps gegen Sodbrennen
 
Refluxkrankheit kommt immer öfter vor
 
Sodbrennen kann Vorstufe einer Speiseröhrenentzündung sein, im schlimmsten Fall kann es sogar zu Speiseröhren-Krebs führen. Besser, man tut gleich etwas dagegen. In der Apotheke weiß man, was.

Wenn sich nach dem Essen nicht wohliges Sattsein breit macht, sondern störendes Sodbrennen, kann das eine harmlose Sache sein - solange es nicht zu häufig vorkommt. Daraus kann sich eine schmerzhafte Entzündung der Speiseröhre entwickeln. Immer mehr Menschen in Industrieländern leiden unter dieser sogenannten Refluxkrankheit, aus der in weiterer Folge auch Geschwüre entstehen können. Man sollte also möglichst bald etwas gegen das Sodbrennen unternehmen.

Wer einen empfindlichen Magen und Übergewicht hat, beginnt am besten mit einer Gewichtsreduktion. Dadurch nimmt der Druck auf den Magen ab - und damit auch die Neigung zu Sodbrennen. Sehr hilfreich gegen Sodbrennen ist auch, einige Dinge vorerst einmal vom Speisezettel zu verbannen. Das sind zum Beispiel fette Speisen, Geselchtes, Süßigkeiten und da vor allem Schokolade. Auch die üblichen Verdächtigen bei vielen Beschwerden, Alkohol (hier vor allem Hochprozentiges), Kaffee und Nikotin, gehören dazu. Am Abend besser nur leichte Kost zu sich nehmen; nicht gleich nach dem Essen zu Bett gehen und wenn, den Oberkörper anfangs halb aufgerichtet lassen.
Die überschüssige Säure kann man auch mit rezeptfreien Präparaten aus der Apotheke binden. Nicht jedes Präparat ist für jeden Patienten geeignet, daher lässt man sich am besten beraten. Die verbreiteten und auch bewährten Aluminium- und magnesiumhältigen Salze sind zum Beispiel für Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht geeignet. Präparate mit dem Wirkstoff Sucralfat schon, sie bilden eine Schutzschicht über der Magenschleimhaut. Es gibt auch andere Mittel (z.B. Hydrotalcit), die den Säurewert im Magen auf ein normales Niveau bringen können. Patienten mit Bluthochdruck müssen beachten, dass viele Mittel gegen überschüssige Magensäure Natriumsalze enthalten. Diese können bei längerer Anwendung den Blutdruck ansteigen lassen.

Generell sind Gele und Suspensionen gut geeignet, weil da die Wirkstoffe schon fein verteilt sind. Die Wirksamkeit von Tabletten kann man erhöhen, indem man sie gut kaut. Auch der Zeitpunkt der Einnahme macht viel aus. Nicht nur Medikamente, auch Nahrungsmittel können Säure binden. Deshalb sollen „Antazida“ nicht vor oder zu den Mahlzeiten eingenommen werden - man soll zuerst einmal die Nahrungsmittel „arbeiten“ lassen. Zwischen den Mahlzeiten oder vor dem Schlafengehen können die Medikamente dann ihre Wirkung voll entfalten. Außerdem ist zu beachten, dass Antazida nicht nur Säure, sondern auch andere Arzneimittel binden können. Deshalb gilt es auch hier, einen Abstand einzuhalten und andere Medikamente entweder mehr als eine Stunde vor oder zwei Stunden nach dem Antazidum einzunehmen.

Nicht selten können Hausmittel das Sodbrennen zum Verschwinden bringen: rohe Kartoffelscheiben, Kartoffelsaft, Haselnüsse, Mandeln, Basilikum, ein Stück Weißbrot - alles gut kauen. Außerdem verdünnen alkoholfreie (nicht zu stark gesüßte) Getränke und Wasser (ohne Kohlensäure) die Magensäure und führen so zu einer Linderung der Beschwerden.

Wenn das Sodbrennen mehrmals in der Woche auftritt oder länger als drei Wochen anhält, sollten Betroffene unbedingt den Arzt aufsuchen. Protonenpumpenhemmer und Histamin-H2-Rezeptor-Blocker (H2-Blocker) sind die gebräuchlichsten Säurehemmer, die dann verschrieben werden. Während die H2-Blocker die Salzsäureproduktion lediglich einschränken, blocken die Protonenpumpenhemmer sie fast vollständig ab. So gehen die Beschwerden rasch zurück. Die Entzündungen und Läsionen der Speiseröhrenschleimhaut durch den ständigen Reflux von Magensäure heilen ab und das Speiseröhren-Krebsrisiko sinkt.

TV-Apothekerin Mag. Haase zum Thema "Sodbrennen"
in der Sendung
„Herbstzeit“ am 7.11.2007: Beitrag als Video abspielen
(Windows Media-Audio-/Videodatei 340 KBits/s)