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Die Weihnachts- oder Christrose
 
Helleborus ist noch heute ein wichtiges Arzneimittel in der Homöopathie
 
Christrose, Schneerose oder weniger lieblich Nießwurz - viele Namen für eine der schönsten Winterblumen, für Helleborus niger. Die wundersamen Blüten erinnern vage an Wildrosen. Es handelt sich dabei aber nicht um eine Familienähnlichkeit, denn die Gattung Helleborus zählt zu den Hahnenfußgewächsen. Die Christrose enthält digitalisähnliche herzwirksame Glykoside, und gehört daher zu den Giftpflanzen. Therapeutisch wurde sie vom Altertum an bis ins 20. Jahrhundert eingesetzt, heute ist Helleborus noch ein wichtiges Arzneimittel in der Homöopathie. Früher wurde der pulverisierte Wurzelstock auch als Schnupftabak verwendet, worauf der weitere für die Christrose gebräuchliche Name „schwarze Nießwurz“ hinweist.

Auf dem Land galt die Christrose als Orakelblume, die das Wetter vorhersagen konnte. Man stellte in der Weihnachtsnacht zwölf Blütenknospen ins Wasser, jede Knospe stand für einen Monat. Am nächsten Morgen wurde nachgeschaut: die geschlossenen Blüten signalisierten einen Monat mit schlechtem und die offenen Blüten einen Monat mit gutem Wetter.
Schneerosen gelten als Symbol für ein langes und erfülltes Leben.
Helleborus niger L. Abbildung aus Prof. Dr. Thomé, Otto Wilhelm - Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz - in Wort und Bild für Schule und Haus; 1885 – 1905