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Hygienemaßnahmen bei Infektionsgefahr
 
 
Das Wort Hygiene leitet sich von der griechischen Göttin Hygiea ab, sie war die Tochter des Asklepios, des Gottes der Heilkunde und Epione, der Lindernden. Hygiea war für die Festigung und Erhaltung der Gesundheit und Verhütung von Krankheiten zuständig. Das von ihrem Namen abgeleitete Wort Hygiene bedeutete bei den Griechen eine umfassende Gesundheitslehre und einen gesundheitsfördernden Lebensstil.

Der Hygieia Brunnen von Johann Martin Fischer (1787) vor dem Josephinum in Wien IX. In diesem Gebäude, das auch am 50 Schilling-Schein abgebildet war, befand sich bis 1994 das Institut für Pharmakognosie der Universität Wien.


Das Josephinum wurde von Joseph II. 1785 als Medizinisch-chirurgische Akademie gegründet.
Hygieía oder Hygeía (griech. Υγιεία oder Υγεία - die Gesundheit) ist eine Göttin der Gesundheit und gilt als Schutzpatron der Apotheker. Ihre Schwester Panakeia ist die Göttin der Medizin und Zauberei. Meist wird Hygieia mit einer Schlange und Schale dargestellt.
    Heute versteht man unter Hygiene die Lehre von der Gesundheitserhaltung des Menschen und seiner Umwelt, also all jene Maßnahmen, die vorbeugend gegen das Entstehen und Verbreiten von Krankheiten durchgeführt werden.

    Tipps von der Apothekerin: Hygienemaßnahmen bei Infektionsgefahr*
    Man kann Infektionen vermeiden, wenn man versteht, wann und wo sich Krankheitserreger verbreiten. Um eine Krankheit auszulösen, müssen sie in den Körper gelangen. Das kann auf verschiedene Art und Weise geschehen:
      • Inhalation von Aerosolen (Tröpfcheninfektion): Durch Inhalation von kleinen Partikeln, Staub und Wassertröpfchen in den Atmungstrakt über die Nase und den Mund. Die bekanntesten auf diese Weise übertragbaren Krankheiten beim Menschen sind: Erkältungskrankheiten, Influenza, Diphtherie, Keuchhusten, Masern, Mumps und Röteln.
      • Nahrungsaufnahme: Durch Einnahme von verseuchten Nahrungsmitteln und Wasser. Salmonellen, Cholera, Polio und die Ruhr werden so übertragen.
      • Durch direktem Kontakt (Haut/Schleimhaut, z.B. Sexualkontakt): Gonorrhö, Herpes simplex Typ 2 und HIV werden beispielsweise so übertragen.
      • Durch indirektem Kontakt über Überträger: Über Verletzungen, Injektionen, Mückenstiche, Hautwunden. Beispiele sind Malaria, Hepatitis B und Tetanus.

    Wie man Risiken reduzieren kann:
    Die Umgebung vollständig von Krankheitserregern zu befreien, ist nicht möglich - aber auch nicht notwendig. Um die Familie gesund zu halten, reicht es aus, wenn man die Risiken einer Infektion dort reduziert, wo sich Keime, Viren und Bakterien besonders leicht ausbreiten können.

    Die einfachste Methode ist das Waschen: Man kann viele Krankheitserreger auf Gegenständen abtöten, wenn man Waschmittel und heißes Wasser verwendet (z.B. Geschirr, Besteck, Wäsche reinigen). Bei Kontakt mit Kranken (z.B. in Grippezeiten) auf das Händewaschen nicht vergessen!

    Erhitzen: Man kann die meisten Keime und Bakterien abtöten, wenn man die Gegenstände erhitzt. Speisen gründlich kochen! Temperaturen über 75°C für fünf Minuten töten beispielsweise Salmonellen mit Sicherheit ab. Geflügel, Fleisch und Fisch sollten daher immer gut durchgebraten sein. Eier mindestens fünf Minuten gut erhitzen, Spiegeleier auf beiden Seiten braten.

    Desinfektion: chemische Desinfektionsmittel werden besonders empfohlen, wo kochen oder waschen nicht sinnvoll, unmöglich oder unpraktisch ist. Im Haushalt ist der Einsatz von Desinfektionsmitteln auf Ausnahmefälle beschränkt (z.B. bei Personen mit einer Schwäche des Immunsystems).

    Trocknen: Krankheitserreger können auf sauberen, trockenen Oberflächen nicht lange überleben – sie lieben allerdings Feuchtigkeit. Bedenken Sie daher, dass feuchte und verschmutzte Gegenstände (z.B. Putzlappen) Krankheitserreger im Haushalt verbreiten können.

    *Siehe auch TV-Beitrag in Willkommen Österreich am 22.3.2006: Link zum Sendungsarchiv