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Laborwerte, Blutdruck und Puls
 
Normwerte für alle, die mehr über ihre Gesundheit wissen wollen
 
Die Bestimmung von Laborwerten gehört zu den wichtigsten Säulen der Diagnose. Aber auch zur Verlaufskontrolle von Erkrankungen, zur Beurteilung von Therapie-Effekten und zur Feststellung von Risikofaktoren werden diese Untersuchungen eingesetzt.

Ausführliche Informationen über Laborbefunde und Referenzbereiche finden Sie unter: www.gesundheit.gv.at
Der Blutdruck (Gefäßdruck) ist der Druck des Blutes in einem Blutgefäß. Er ist die Kraft pro Fläche, die zwischen Blut und Gefäßwänden der Arterien, Kapillaren und Venen ausgeübt wird. Die Einheit wird meist in mm Hg (Millimeter Quecksilber) angegeben.
Die Angabe des arteriellen Drucks erfolgt als Zahlenpaar aus systolischem (maximaler Wert, ist unter anderem abhängig von der Herzauswurfleistung) und diastolischem Druck (minimaler Wert, in der Herzfüllungsphase und deshalb unter anderem auch abhängig von der Elastizität und dem Füllungszustand der großen Gefäße).

Der arterielle Druck schwankt im Tagesablauf, je nachdem, welche Aktivität gerade ausgeübt wird. Bei körperlicher Anstrengung, Stress und Aufregung steigt er an, in körperlichen und seelischen Ruhephasen sinkt er ab.
Eine einmalige Messung reicht daher nicht aus, um das Vorliegen eines Bluthochdrucks zu diagnostizieren. Selbst wenn bei einer einzelnen Blutdruckmessung ein Ergebnis gemessen wird, das keinem Normwert entspricht, ist das kein Grund zur Sorge. Aussagekräftiger ist das Resultat mehrerer Messungen zu verschiedenen Tageszeiten. Erst die Blutdruck Langzeitmessung lässt den Verlauf des Blutdrucks im Tagesverlauf erkennen. Liegt der Blutdruck außerhalb der Blutdruck-Normwerte, sollte dies abgeklärt werden. Die Aufzeichnung der Messwerte mittels Blutdruckpass bietet hierbei eine übersichtliche Hilfestellung.

Bei Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) hingegen, bleibt der Druck in den Blutgefäßen auch im Ruhezustand erhöht: Das Herz muss kontinuierlich mit erhöhter Anstrengung pumpen. Dies belastet Herz- und Gefäßwände. Ein arterieller Hochdruck liegt vor, wenn bei wiederholter Messung ein Wert von über 140/90 mm Hg erreicht wird.

Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für die Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen. Kommen dazu noch Übergewicht bzw. Adipositas (starkes Übergewicht) sowie ein weiterer Risikofaktor, etwa Diabetes (Zuckerkrankheit), Rauchen oder Fettstoffwechselstörungen (erhöhtes Cholesterin bzw. LDL) hinzu, besteht eine deutlich erhöhte Gefahr, im Laufe des Lebens eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden. Man spricht daher auch von den kardiometabolischen Risikofaktoren.


Definitionen und Klassifikation der Blutdruckwerte (mmHg)
(2013 ESH/ESC Guidelines: www.who.int/cardiovascular_diseases)

Kategorie Systolisch (mmHg) Diastolisch (mmHg)
optimal unter 120 unter 80
normal 120 bis 129 80 bis 84
hoch normal 130 bis 139 85 bis 89
Grad-1-Hypertonie (leicht) 140 bis 159 90 bis 99
Grad-2-Hypertonie (mittelschwer) 160 bis 179 100 bis 109
Grad-3-Hypertonie (schwer) ≥ 180 ≥ 110
Isolierte systolische Hypertonie ≥ 140 < 90


Pulsfrequenz
Die Pulsfrequenz ist die Zahl der Pulsschläge pro Minute. Sie stimmt in den meisten Fällen mit der Zahl der Herzschläge (Herzfrequenz) überein. Bei Männern beträgt sie normalerweise 62 bis 70, bei Frauen ca. 75, bei älteren Menschen ist sie leicht erhöht (80 bis 85). Bei Neugeborenen liegt die Pulsfrequenz bei ca. 140, Kinder bis 2 Jahren haben ca. 120, bis 4 Jahre ca.100, 10 Jahre ca. 90, 14 Jahre ca. 85. Die Pulsfrequenz steigt z.B. bei körperlicher Anstrengung, Fieber und seelischer Erregung.


Einen Artikel über Hypertonie bei Senioren finden Sie hier: www.pharmazeutische-zeitung.de