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Arzneimittel: Vertrieb
 
Die Sicherheit hat Vorrang
 
Arzneimittel dürfen vom Hersteller, Depositeur oder Arzneimittel-Großhändler primär nur an
  • öffentliche Apotheken
  • Anstaltsapotheken
  • tierärztliche Hausapotheken
geliefert werden. Darüber hinaus sind im Arzneimittelgesetz einige Sonderfälle geregelt. So dürfen beispielsweise Kontaktlinsenflüssigkeiten auch an Kontaktlinsenoptiker, Arzneimittel, die gemäß Bescheid der Zulassungsbehörde vom Apothekenvorbehalt ausgenommen sind (s. Abgrenzungsverordnung) auch an Drogisten und Vollblutkonserven auch an Krankenanstalten ohne Anstaltsapotheke abgegeben werden. Auch das Bundesheer ist berechtigt, zur Versorgung der Soldaten Arzneimittel direkt vom Erzeuger, Depositeur oder Großhändler zu beziehen. Eine weitere Ausnahme vom Apothekenvorbehalt betrifft die sogenannten Fütterungsarzneimittel, die auf Verschreibung des Tierarztes auch direkt an Verbraucher abgegeben werden dürfen.

Alle Arzneimittel, die dem Apothekenvorbehalt unterliegen, dürfen im Kleinverkauf an Kunden nur durch Apotheker („pharmazeutische Fachkräfte“) abgegeben werden. Kein Arzneimittel - auch nicht die „drogeriefreien“ - darf in Selbstbedienung angeboten werden. Ärztliche Hausapotheken müssen alle Arzneimittel über eine öffentliche Apotheke beziehen. Ärzte die keine Bewilligung zur Haltung einer Hausapotheke besitzen, sind verpflichtet, Arzneimittel für dringende Fälle vorrätig zu halten („pharmazeutischer Notapparat“). Auch diese Arzneimittel muss der Arzt über eine öffentliche Apotheke beziehen (vergleiche „Ordinationsbedarf“). Ebenfalls genau geregelt ist die Abgabe von Ärztemustern (kleinste Handelspackung, deutlicher nicht entfernbarer Hinweis „Unverkäufliches Ärztemuster“ sowie - von Arzneimitteln die schon länger als ein Jahr im Handel sind - maximal 5 Muster pro Jahr und Arzt nach dokumentierter Anforderung).

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