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Diabetes - Typ I und Typ II
 
Zur Betreuung von Diabetikern leisten Apotheken einen wesentlichen Beitrag.
 
Die beiden Typen von Diabetes haben ganz verschiedene Ursachen. Das grundlegende Problem beim Diabetes: die Patienten haben zu wenig Insulin im Blut und daher zu viel Zucker. Dieses in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildete Hormon sorgt dafür, dass der mit der Nahrung aufgenommene Zucker aus dem Blut in die Leber transportiert wird. Dort wird er als Energievorrat gespeichert. Zucker ist lebenswichtig - wenn er aber nicht wie vorgesehen aus dem Blut entfernt wird, richtet er schwere Schäden an den Blutgefäßen an. Diese können letzten Endes zu Nierenschäden, Blindheit, Herzinfarkt und Schlaganfall führen.

Bei Insulinmangel bleibt der Zucker nun also im Blut. Überschreitet der Blutzuckerspiegel dabei einen gewissen Grenzwert - die sogenannte Nierenschwelle - so scheidet der Körper den Zucker über die Niere aus. Der Urin enthält dann Glucose. So bekam die Krankheit den Namen Diabetes mellitus, was so viel heißt wie „honigsüßer, schneller Harnfluss“.

Hinter dem Namen Diabetes verstecken sich zwei Krankheiten, die sich zwar sehr ähneln, aber ganz verschiedene Ursachen haben: der jugendliche Diabetes oder Typ I und der Erwachsenen- beziehungsweise Altersdiabetes oder Typ II.

Der Typ I-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung. Der Körper betrachtet die Inselzellen als fremd und beginnt sie zu zerstören. Beim jugendlichen Diabetes bildet die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin. Früher führte diese Erkrankung zum Tod. Heute können die weltweit etwa zwölf Millionen Typ I-Diabetiker gut damit leben. Sie können sich das Insulin mit kleinen Injektionssystemen (z.B. Pen) einfach zuführen. Insulin kann nicht als Tablette eingenommen werden, weil die aggressiven Magensäfte das Insulin zerstören würden.

Beim Typ II-Diabetes beginnt das Problem bei den Körperzellen. Normalerweise werden sie vom Insulin „geöffnet“, damit die lebenswichtige Glucose aus dem Blut hinein kann. So werden die Organe mit Energie versorgt. Beim Typ II-Diabetes reagieren die Körperzellen aber nicht mehr so gut auf das Insulin. Die Zellen bekommen also nicht genügend Glucose und „verhungern“ während der Blutzuckerspiegel ansteigt. Gleichzeitig bekommt die Bauchspeicheldrüse ständig die Nachricht „Hunger“ von den Zellen und schüttet immer mehr Insulin aus, um ihnen zu helfen. Irgendwann ist sie überfordert und die Insulinproduktion lässt auch bei dieser Form des Diabetes nach.

Typ II-Diabetiker können meist lange mit Medikamenten behandelt werden, die die Insulinempfindlichkeit der Zellen erhöhen oder die Insulinausschüttung steigern. Insulininjektionen sind oft erst in einem sehr fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung notwendig.

Die Ursachen des Typ-II Diabetes sind noch nicht restlos geklärt. Als Risikofaktoren sind bisher die erbliche Veranlagung, vor allem aber Übergewicht bekannt.