Die Geschichte der Apotheken in Wien
 
 
Die älteste Wiener Apotheke ist die Feldapotheke „Zum goldenen Greif“, die, spätestens um 1320 gegründet, bis heute auf dem Stephansplatz besteht. Es folgten „Zum schwarzen Bären“ und „Zum schwarzen Mohren“, die bis zur Mitte des 14. Jahrhunderts zurückverfolgt werden können und denen „Zur goldenen Krone“ (spätestens 1380) und „Zum goldenen Hirsch“ folgten.
Um 1440 wurden „Zum roten Krebs“ und „Zum weißen Engel“ gegründet. Die Namensgebung orientierte sich oft an bereits vorhandenen Hausschildern. Acht der ältesten Apotheken Wiens bestehen an neuen Standorten bis heute.


Apotheker um 1500 (aus Marsilius Ficinus „De vita triplici“ - Das Buch des Lebens, 1508)
    Dem mittelalterlichen Brauch folgend wurden Apotheken wie Handwerks- und Handelsbetriebe in räumlicher Nähe zueinander eingerichtet, sodass wir ab dem 15. Jahrhundert von einem „Apothekenviertel“ sprechen können, das vom Graben über den alten Rossmarkt (Stock-im-Eisen-Platz) und den westlich des Stephansfreithofs liegenden Randbereich (Eckhäuser der Goldschmiedgasse) bis zur Bischofsgasse (obere Rotenturmstraße, ehemals Lichtensteg) reichte. Mehrere Apotheken lagen auf dem mondänen Graben, einem weitläufigen Platz, an dem gotische Bürgerhäuser ein städtisch-großbürgerliches Ambiente boten, das der Hof gerne für Feste nützte.

    Neben Medikamenten bestellte der Hof vor allem Konfekt und Marzipan – eine für Normalsterbliche unerschwingliche Nascherei, der allerlei Heilkräfte vor allem im erotischen Bereich nachgesagt wurden……