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Welt-Polio-Tag am 28. Oktober
 
Impfprogramme sollen die Krankheit ausrotten
 
Der Weltpoliotag erinnert an den Entwickler des ersten bekannten Impfstoffes gegen Kinderlähmung: Jonas Edward Salk, der am 28. Oktober 1914 geboren wurde. Im Jahr 1954 gelang es Salk erstmals, ein Vakzin gegen diese gefährliche Infektionskrankheit herzustellen. Die Kinderlähmung ist eine hochansteckende, durch Viren übertragene Infektionskrankheit, die häufig zu bleibenden Lähmungen oder gar zum Tod führt. Die Krankheit beginnt mit allgemeinen Krankheitssymptomen, die meist wieder spontan abklingen. In wenigen Fällen kommt es in der Folge zu Lähmungserscheinungen oder zur Gehirnhautentzündung, die mangels adäquater Medikamente nur symptomatisch behandelt werden können und meist bleibende Schäden hinterlassen.

Ägyptische Stele mit Darstellung eines an Polio erkrankten Priesters - ca. 1403-1365 v.Chr. (Quelle WHO)
    Mit Hilfe von umfangreichen Impfmaßnahmen wurde die Kinderlähmung (Poliomyelitis) weltweit erfolgreich eingedämmt. Der "Welt-Polio-Tag" soll daran erinnern, dass nur bei weiteren konsequenten Impfmaßnahmen die Krankheit völlig ausgerottet werden kann. Sie kommt in Entwicklungsländern Afrikas und Asiens noch immer regelmäßig vor und kann von dort sogar durch Touristen auch wieder nach Europa eingeschleppt werden.

    Die enormen internationalen Anstrengungen zur Ausrottung des Poliovirus durch den Masseneinsatz des oralen Polio-Lebendimpfstoffes (OPV, der die attenuierten Poliovirus-Typen 1, 2 und 3 enthält) haben dazu geführt, dass mit Ende des Jahres 2001 das Polio-Wildvirus nur mehr in 10 Ländern endemisch war und im Jahr 2001 insgesamt weniger als 1.000 Poliomyelitis-Fälle registriert wurden. Das ursprüngliche Ziel, die Polio bis zum Jahr 2000 weltweit auszurotten, konnte damit zwar nicht erreicht werden, der bisherige Erfolg der Kampagne ist dennoch überwältigend, wenn man bedenkt, dass es an ihrem Beginn im Jahr 1988 noch mehr als 350.000 Fälle gegeben hat. Die Endphase der Ausrottung ist jedoch mit enormen Hindernissen gespickt.
Poliomyelitis befällt hauptsächlich Kinder unter fünf Jahren. Das Virus dringt in das Nervensystem ein und kann innerhalb von Stunden eine völlige Lähmung bewirken. Es gelangt durch den Mund in den Körper und vervielfacht sich im Darm. Erste Anzeichen sind Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Erbrechen, Nackensteife und Gliederschmerzen. Eine von 200 Infektionen verursacht bleibende Lähmungen (normalerweise der Beine). Von den Betroffenen sterben 5–10%, wenn die Atemmuskulatur gelähmt wird.

Wegen der Behinderung von Impfprogrammen durch kriegsähnliche Konflikte in einigen Regionen konnte das Ziel der WHO die Poliomyelitis global auszurotten, noch nicht verwirklicht werden. Eine Weiterimpfung ist daher noch längere Zeit erforderlich. Da die sehr erfolgreiche orale Impfung (OPV) als sehr seltene Nebenwirkung (1 Fall auf 890.000 Erstimpfungen) eine Polio-Lähmung hervorrufen kann, wird für die Immunisierung nur mehr ein Polio-Totimpfstoff (IPV) verwendet. Für den Fall einer Polio-Einschleppung können Sonderregelungen für OPV getroffen werden.

Link: Der Österreichische Impfplan

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..Foto: WHO