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Dengue: Warnung vor gefährlichem Tropenfieber
 
Fernreisende haben nur eine Möglichkeit, sich zu schützen: Konsequente Abwehr von Mücken
 
In Deutschland sprechen Tropenmediziner „von der Krankheit der Zukunft“: In den vergangenen Jahren hat sich das Dengue-Fieber weltweit enorm ausgebreitet. Brasilien und Bolivien, Costa Rica, Neukaledonien, Indien, Philippinen, Laos Kambodscha und Thailand melden Dengue-Ausbrüche in größerem Ausmaß !! Thailand meldet z.B. über 30.000 Fälle in den letzten 7 Monaten! Das Robert-Koch-Institut in Berlin warnt: Kamen 1999 nur 64 Tropenreisende mit einer registrierten Dengue-Infektion nach Deutschland zurück, waren es 2002 bereits 218. Auch in Österreich nehmen die importierten Erkrankungen stark zu. Mückenschutz ist Reisenden in diesen Regionen dringend anzuraten !

Was ist Dengue?

Dengue ist eine Viruserkrankung, es existieren vier unterschiedliche Subtypen. Die Übertragung erfolgt ausschließlich über weibliche Stechmücken (Aedes). Dengue ist eine ernste, grippeähnliche Erkrankung, die sowohl Kinder, Jugendliche als auch Erwachsene befällt, aber nur sehr selten tödlich endet. Zweitinfektionen zeigen im allgemeinen einen schwereren Verlauf.

In vielen tropischen und subtropischen Teilen der Welt wird Dengue zu einem wachsenden Problem. Es ist derzeit schon in über 100 Ländern in Afrika, Amerika, Südost-Asien und im Pazifik anzutreffen.

Die WHO spricht von 50 Millionen weltweiten Dengue-Infektionen pro Jahr.

Wie verbreitet sich das Dengue Fieber?

Die Übertragung erfolgt nicht direkt von Mensch zu Mensch, sondern nur über infizierte Stechmücken. Sobald sich diese tagaktiven Stechmücken einmal bei einer Blutmahlzeit infiziert haben, können sie dieses Virus lebenslänglich an andere weitergeben, sogar auch an ihre nächsten Generationen.

Hohe Ansteckungsgefahr besteht während oder kurz nach einer Regenperiode, da die Stechmücken zur Fortpflanzung Wasseransammlungen brauchen.

Welche Beschwerden können auftreten?

Bei Dengue werden drei verschiedene Verlaufsformen unterschieden.

1.) Die typischen Krankheitszeichen des klassischen Dengue - Fiebers bestehen aus:

· plötzlich auftretenden hohen Fieber
· flüchtige Hautrötung
· Glieder- und Muskelschmerzen
· Übelkeit und Erbrechen
· Druckschmerz hinter dem Auge
· starke Kopfschmerzen

Das Virus zirkuliert ungefähr 2 - 7 Tage im Blut der infizierten Person, ungefähr eben solang hält auch das Fieber an.

2.) Neben diesem Krankheitsbild können auch mildere Verlaufsformen des Dengue - Fiebers auftreten.

3.) Das Hämorrhagische Dengue - Fieber oder Dengue Schocksyndrom ist die schwerste Verlaufsform.

· Plötzliches hohes Fieber für 2-7 Tage
· Kopf- und Gliederschmerzen
· Erbrechen und Atemnot
· Lungen- und Herzbeteiligung
· evt. Schocksymptomatik mit Blutungsneigung und Gerinnungsstörungen

Wie kann der Arzt Dengue-Fieber feststellen?

Die Diagnose wird zuerst an Hand der Beschwerden gestellt, sie kann später durch Blutuntersuchung bestätigt werden.

Wie wird Dengue behandelt?

Es gibt keine spezielle heilende Therapie für Dengue - Fieber, daher verläuft die Behandlung den Beschwerden angepasst.

· Bettruhe
· viel Flüssigkeit
· fiebersenkende Medikamente

Wichtig: Verwenden Sie keine Medikamente mit Acetylsalicylsäure, da dieses Medikament die Blutungsneigung erhöht.

Was können sie selbst tun, um eine Ansteckung zu verhindern?

Obwohl zur Zeit intensiv an einer Schutzimpfung geforscht wird, wird eine vorbeugende Impfung für alle vier Dengue - Viren erst in einigen Jahren erhältlich sein.

· Verwenden Sie daher stets Insektensprays
· Tragen Sie nach Möglichkeit langärmlige Kleidung und Socken
· Schlafen Sie unter einem Moskitonetz

Wie kann die weitere Ausbreitung der Erkrankung verhindert werden?

Da die Stechmücken sich in den kleinsten Wasseransammlungen fortpflanzen können, ist es wichtig diese Brutplätze zu zerstören:

· weggeworfene Konservendosen
· herumliegende Autoreifen
· offene Wasserbehälter

Prognose

Eine ausgestandene Infektion gibt eine langanhaltende Immunität, es besteht jedoch kein Schutz vor Infektion mit den anderen drei Dengue - Untergruppen. Eine Zweitinfektion mit einem anderen Virustyp hat eine etwa 100 mal höhere Wahrscheinlichkeit, einen komplizierten Verlauf zu nehmen.

Quelle und mehr darüber: Abteilung für spez. Prophylaxe und Tropenmedizin
am Institut f. Pathophysiologie der Universität Wien a.o.Prof.Dr.H.Kollaritsch

www.reisemed.at

Mehr können Sie in den Arbeitsunterlagen der Zentralen Fortbildungsveranstaltung 2014 zum Thema "Viruserkrankungen" von Dr. Angelika Wagner nachlesen.

(aktualisiert 10/2015)