Druckansicht
Arzneipflanze des Jahres 2013: Die Große Kapuzinerkresse
 
Inhaltsstoffe mit antibiotischen Eigenschaften
 
Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist eine Pflanze, die mittlerweile fast jeder kennt und die bei uns in vielen Gärten wächst. Die Heimat der Kapuzinerkresse ist Südamerika, nach Europa gelangte sie zunächst als Zierpflanze. Die einjährige kletternde Pflanze wird bis zu 60 Zentimeter hoch, die charakteristischen orangefarbenen Blüten erscheinen zwischen Juni und Oktober. Am hinteren Ende der Blüte befindet sich ein Sporn, der an die Kapuzen von Mönchskutten erinnert, daher der Name Kapuzinerkresse.



Am hinteren Ende der Blüte befindet sich ein Sporn, der an die Kapuzen von Mönchskutten erinnert.

Die kresseartig schmeckenden Blätter können in Salaten und Aufstrichen verarbeitet werden.

Alle Fotos: Pixabay - Public Domain Bilder
Als Küchenkraut erfreut sich die Kapuzinerkresse immer größerer Beliebtheit. Die kresseartig schmeckenden Blätter können zum Beispiel in Salaten und Aufstrichen verarbeitet werden, in Essig eingelegte Blütenknospen werden wie Kapern verwendet. Die milder schmeckenden Blüten eignen sich für Süßspeisen sowie zur Dekoration.

In Südamerika werden die im Durchmesser 3 bis 5 cm großen Blätter schon seit langer Zeit zur Behandlung von infizierten Wunden, sowie als kühlende Wundauflage verwendet. Innerlich erfolgt die Anwendung zur Blutreinigung. Bei übermäßigem Verzehr von frischen Blättern kann es jedoch zu Magen- und Darmreizungen kommen.

Der Nachweis antibiotisch wirkender Substanzen gelang erstmals 1952. Arzneilich wird die Kapuzinerkresse heutzutage vorwiegend in Form von Fertigpräparaten verwendet. Hier wird sie mit anderen bakterienhemmenden Drogen, wie der Meerrettichwurzel, kombiniert. Anwendungsgebiete sind Infektionskrankheiten, vor allem im Bereich der Nieren und ableitenden Harnwege, sowie Bronchitis und Sinusitis.

Arzneipflanze 2013
Da die Kapuzinerkresse möglicherweise die Einnahme von Antibiotika zum Teil ersetzen und so Resistenzen vermeiden kann, wurde sie vom "Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg“ zur Arzneipflanze 2013 gekürt.

    Kapuzinerkresse pharmazeutisch betrachtet

    Lateinische Bezeichnung: Tropaeolum maius L.

    Volksnamen: gelbes Vögerl, Kapuzinerli, Salatblume

    Verwendeter Pflanzenteil: ganze Pflanze (Herba Tropaeoli)

    Inhaltsstoffe:
    Glucosinolate (vor allem Glucotropaeolin) aus denen nach enzymatischer Spaltung Benzylsenföle (Benzylisothiocyanat) entstehen; Benzylsenföl zeigt ein relativ breites antibiotisches Wirkspektrum, sowie virostatische, antimykotische und hyperämisierende Eigenschaften.
    Weitere Inhaltsstoffe: Ascorbinsäure, Flavonoide, Carotinoide

    Anwendungsgebiete:
    Innerlich in Kombination mit Meerrettichwurzel bei Infektionskrankheiten im Bereich der Nieren und ableitenden Harnwege, sowie bei Bronchitis. Hier attestieren erste klinische Studien eine den Standard-Antibiotika vergleichbar gute Wirkung
    Äußerlich in durchblutungsfördernden Präparaten bei Muskelschmerzen und Prellungen.

    Phytopharmaka
    In Österreich gibt es derzeit noch kein Arzneimittel mit Kapuzinerkresse. In Deutschland hingegen sind bereits zugelassene Arzneispezialitäten, die unter anderem Kapuzinerkresse enthalten, im Handel, die unterstützend bei Sinusitis, Bronchitis und akuter Blasenentzündung wirken.

    Unerwünschte Wirkungen
    Die Fertigpräparate werden im Allgemeinen gut vertragen, nicht geeignet sind sie für Menschen mit Magen- Darmgeschwüren und Nierenerkrankungen, sowie für Säuglinge und Kleinkinder.