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Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober
 
 
Am 20. Oktober ist Weltosteoporosetag!

Bekannt ist die Krankheit seit über 120 Jahren. 1885 erhielt sie von einem Österreicher, dem Innsbrucker Arzt Gustav Pommer, den Namen: Aus den Begriffen "os", der Knochen, und "porus", das Loch, wurde die Osteoporose.

Osteoporose gilt als Volkskrankheit, die auf Grund des steigenden Alters der Bevölkerung weiter an Bedeutung gewinnt. Die Krankheit schränkt nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen ein, auch die Belastung des Gesundheitssystems ist enorm: Alle 30 Sekunden erleidet jemand in Europa einen durch Osteoporose bedingten Knochenbruch, die jährlichen Kosten, die durch diese Frakturen entstehen, werden auf 10 Milliarden Dollar geschätzt.

Weltweit leiden etwa 250 Millionen Menschen an Osteoporose, von der WHO wurde die Osteoporose in die Liste der 10 bedeutendsten Krankheiten aufgenommen.
In Österreich sind rund 700.000 Menschen von dem krankhaften Knochenabbau betroffen. Die Erkrankung führt zum Schwund des Knochengewebes, wobei die Gefahr von Knochenbrüchen steigt.

Ein gesunder Lebensstil, ausreichend Bewegung, kalzium- und Vitamin-D-reiche Ernährung vom Kindesalter an, Vorsorge und Früherkennung nehmen bei Osteoporose einen mindestens ebenso wichtigen Stellenwert ein wie die passende Therapie.

Auch jeder 12. Mann ist betroffen

Wurde bisher angenommen, dass es sich bei dieser Erkrankung um einen langsamen, degenerativen Prozess vor allem bei Frauen in der Menopause handelt, so zeigten in Tampere/Finnland beim 27. Europäischen Knochen-Symposium veröffentlichte Daten, dass die durch Osteoporose ausgelösten Knochenveränderungen und Frakturen rascher auftreten als vermutet und dass diese Erkrankung aufgrund des unterschiedlichen Knochenstoffwechsels zeitverzögert sehr wohl auch ältere Männer betrifft. Mehr als eine von drei Frauen und etwa einer von zwölf Männern sind von Osteoporose betroffen.

Als Ursache für Osteoporose gilt bei Frauen vor allem die Hormonumstellung in der Menopause, wenn kein Östrogen mehr produziert wird; bei älteren Männern führt die verminderte Testosteronproduktion zur verminderten Knochenmasse. Auch lang dauernde Kortikosteroideinnahme führt zu Osteoporose.

Frauen sind von dieser Krankheit etwa viermal mehr betroffen als Männer. Ungefähr 50 Prozent aller Frauen über 50 erleiden eine durch Osteoporose induzierte Fraktur. Die häufigsten Frakturen bei Osteoporose sind Wirbelbrüche (oftmals klinisch nicht diagnostiziert), die lange anhaltende, heftige Rückenschmerzen verursachen. Sind mehrere Wirbel betroffen kommt es zu einer Verkrümmung der Wirbelsäule, die im Brustbereich sichtbar wird. Es entsteht der typische Rundrücken, früher auch "Witwen-Buckel" genannt.

Die komplikationsreichsten Knochenbrüche sind die Schenkelhalsfrakturen: innerhalb eines Jahres sterben ein Drittel der Patienten an den Komplikationen, ein weiteres Drittel bleibt zeitlebens behindert, und nur das verbleibende Drittel wird weitgehend wieder hergestellt.
Insgesamt können diese Knochenbrüche mit heftigen Schmerzen, anhaltender Behinderung der Mobilität, dem Verlust individueller Unabhängigkeit, Pflegebedürftigkeit und einer Verminderung der Lebensqualität einhergehen.

Knochenbewusste Ernährung



Wer Osteoporose vorbeugen möchte, muss bereits in jungen Jahren damit beginnen, und zwar durch ausreichende Bewegung und richtige Ernährung.

Im Rahmen einer gesunden Ernährung sollte der tägliche Speiseplan in jedem Lebensalter stets eine ausreichende Zufuhr von Kalzium und Vitamin D vorsehen. Vitamin D ist vor allem in Fisch, Fleisch sowie Eiern, Butter, Käse und Milch enthalten. Milch und daraus hergestellte Produkte wie beispielsweise Joghurts und Käse sind wertvolle Kalziumlieferanten. Einige Lebensmittel und Genussmittel sowie phosphatreiche Ernährung sind hingegen wahre "Kalziumkiller".

Wer es nicht schafft, den Kalzium- und Vitamin-D Haushalt auszugleichen, bzw. einen höheren Kalziumbedarf aufweist, kann dem Körper die Nährstoffe in Form von Granulat, Kau- oder Schlucktabletten zuführen.

Tipps vom Apotheker:

Kalziumhemmer immer sparsam genießen
hierzu gehören: Kochsalz, Eiweiß, Koffein, Alkohol, Phosphat (z. B. in Softgetränken wie Cola, in Schmelzkäse, Wurst, Fertiggerichten mit Phosphatzusätzen, Emulgatoren und Stabilisatoren, Süßstoff)
Kalziumförderer mit kalziumreichen Nahrungsmitteln kombinieren
hierzu gehören: Vitamin D (z. B. in Butter, Eigelb, Lachs)
Vitamin C (z. B. in Orangen, Johannisbeeren)
Vitamin K (z. B. in Spinat, Sauerkraut)

Zu wenig Sonnenlicht führt zu Vitamin-D-Mangel

Das Vitamin D ist für die Aufnahme von Kalzium und den Knochenaufbau verantwortlich. Es wird an der Sonne im Körper gebildet (endogene Synthese). Der Bedarf von Vitamin D über die Nahrung wird umso größer, je kürzer die Zeit ist, die ein Mensch draußen verbringt.

Schätzwerte für eine angemessene Vitamin-D-Zufuhr bei fehlender endogener Synthese

Alter
Vitamin D bei fehlender endogener Synthese µga/Tag
Säuglinge (0 bis unter 12 Monate)10
Kinder (1 bis unter 15 Jahre)20 b
Jugendliche und Erwachsene
(15 bis unter 65 Jahre)
20 b
Erwachsene (ab 65 Jahre)20 b
Schwangere20 b
Stillende20 b
a1 µg = 40 Internationale Einheiten (IE); 1 IE = 0,025 µg
b Die Vitamin-D-Zufuhr über die Ernährung mit den üblichen Lebensmitteln (1 bis 2 µg pro Tag bei Kindern, 2 bis 4 µg pro Tag bei Jugendlichen und Erwachsenen) reicht nicht aus, um die gewünschte Versorgung (25(OH)D-Serumkonzentration von mindestens 50 nmol/l) bei fehlender endogener Synthese sicherzustellen. Hierfür werden 20 µg/Tag benötigt. D. h., die Versorgung muss zusätzlich zur Zufuhr über die Ernährung über die endogene Synthese und/oder über die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats sichergestellt werden. Bei häufiger Sonnenbestrahlung kann die gewünschte Vitamin-D-Versorgung ohne die Einnahme eines Vitamin-D-Präparats erreicht werden.
(Quelle: www.dge.de)

Informieren Sie sich bei Ihrem Arzt oder Apotheker.

Hier die Patientenbroschüre zum Thema Knochenbruch und Frakturrisiko für Sie zum Durchlesen und Downloaden.
WOD12_Patientenbroschüre.pdf

"Einer ist genug" - die Patientenbroschüre hier für Sie zum Ansehen und Downloaden. Quelle: Aktion gesunde Knochen


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