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Heilpflanze des Jahres 2018: Der Ingwer
 
 
Ingwer ist die Heilpflanze des Jahres 2018, gewählt vom „Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, bekannt als Paracelsus (NHV Theophrastus)“.

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Zeichnung: Jonathan Stenger
Spätestens seit sich asiatische Restaurants in Europa immer größerer Beliebtheit erfreuen, ist Ingwer als Gewürz, das in allen Supermärkten zu finden ist, weit bekannt. In seiner Heimat, Asien, besitzt Ingwer schon eine jahrtausendelange Tradition als Gewürz- und Arzneipflanze. Der Überlieferung nach wurde Ingwer schon Jahrtausende vor Christus in einem chinesischen Buch über Heilpflanzen als kräftigend erwähnt. Auch von Konfuzius wird berichtet, dass er Ingwer so sehr schätzte, dass er keine Mahlzeit ohne diesen einnahm. In Europa wurde bereits im 1. Jahrhundert nach Christus vom griechischen Arzt Dioskurides beschrieben, dass Ingwer eine für die Verdauung förderliche Kraft besitze.

Im 12. Jahrhundert fand Ingwer bei Hildegard von Bingen Erwähnung. Paracelsus kannte im 16. Jahrhundert sowohl die innerliche (Fieber, Allheilmittel) als auch die äußerliche Verwendung (als Pflaster bei Brüchen und stumpfen Verletzungen) von Ingwer. Heutzutage ist die Wirkung von Ingwer durch Studien gut belegt. Ingwer kann Brechreiz und Erbrechen lindern und bei Reisekrankheit eingesetzt werden. Außerdem regt er die Darmperistaltik an und fördert die Sekretion von Speichel, Magensaft und Galle. Ingwer kann dadurch Völlegefühl nach üppigem Essen verhindern. Darüber hinaus werden zahlreiche weitere Wirkungen (Reduktion von Schmerz, krampflösend, tumorhemmend, virushemmend…) diskutiert.

Ingwerwurzelstock pharmazeutisch betrachtet:

Lateinische Bezeichnung: Zingiberis rhizoma

Volksnamen: Ingberwurzel, Imber

Englisch: Ginger, Ginger root

Stammpflanze: Zingiber officinale ROSCOE (Zingiberaceae)

Verwendeter Pflanzenteil: Geschälter Wurzelstock (Radix Zingiberis)

Inhaltsstoffe: 1,5 - 3 % ätherisches Öl (Zusammensetzung unterscheidet sich stark nach Herkunft und Chemotyp; meist dominieren Sesquiterpene wie Zingiberen; Zingiberol ist für den Geruch entscheidend, für das Aroma sind auch Monoterpene wie Citral bedeutsam); ca. 1 – 2 % nicht flüchtige Scharfstoffe aus der Gruppe der Arylalkanone (Gingerole und Shogaole)

Offizinell: Ingwerwurzelstock / Zingiberis rhizoma (Ph. Eur.): mindestens 15 ml · kg–1 ätherisches Öl (wasserfreie Droge)

Anwendungsgebiete: zur Linderung und vorbeugend von Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen; vorbeugend gegen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft; zur Behandlung leichter, krampfartiger Magen-Darm-Beschwerden;

Volksmedizinisch: als Tonikum, Stomachikum und Digestivum

Wirkungen: Die antiemetische Wirkung beruht auf antiserotongergen Effekten (Antagonist am 5-HT3-Rezeptor)

Empfohlene Dosierung: Tagesdosis 2 – 4 g Droge

Aufbewahrung: Vor Licht geschützt, kühl. Keinesfalls in einem Kunststoffbehältnis (ätherisches Öl).

Teezubereitung: Nicht gebräuchlich bei der Anwendung als Arzneimittel. Eventuell können 0,5 -1 g grob gepulverte Droge mit kochendem Wasser übergossen werden. Nach 5 Minuten durch Teesieb gießen.

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