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Phytopharmaka – vor Operationen rechtzeitig absetzen
 
 
Pflanzliche Arzneimittelzubereitungen werden sehr breit verwendet und von vielen Patienten auch vor einer notwendigen Operation weiter eingenommen. Die damit verbundenen, möglichen Komplikationen sind Inhalt einer im »Journal of the American Medical Association« veröffentlichten Studie.


Die daraus entnommene Übersicht zeigt acht häufig verwendete Pflanzendrogen, deren Nebenwirkungen bzw. Arzneimittel-Interaktionen und die empfohlenen Absetzzeiträume vor planbaren Operationen:

PhytopharmakonMögliche perioperative ProblemeAbsetzen

vor Operationen

BaldrianEinfluss auf die AnästhesiedauerKeine spezielle Zeitangabe
EchinaceaAllergische Reaktionen, Wirkungsminderung von ImmunsuppressivaKeine spezielle Zeitangabe
EphedraTachycardie, Hypertonie, Risiko einer hämodynamischen Instabilität, ventrikuläre Arrhythmien bei Verwendung von HalothanMindestens 24 Stunden
GinkgoErhöhtes BlutungsrisikoMindestens 36 St.
GinsengHypoglykämie, erhöhtes BlutungsrisikoMindestens 7 Tage
JohanniskrautInduktion von Cytochrom P450,

Wechselwirkung mit vielen Arzneimitteln

Mindestens 5 Tage
Kava-Kava*Wirkungsverstärkung von AnästhetikaMindestens 24 St.
KnoblauchErhöhtes BlutungsrisikoMindestens 7 Tage
* Kava-Kava haltige Präparate wurden im Juli 2002 aus dem Verkehr gezogen und sind daher in Apotheken auch nicht mehr erkältlich.

Patienten selbst ist oft nicht bewusst, dass auch pflanzliche Präparate Wirkstoffe enthalten, die Nebenwirkungen bzw. Arzneimittelinteraktionen hervorrufen können. Ärzte und Apotheker sollten daher die Einnahme von Phytopharmaka explizit ansprechen.

Quelle: Bundesministerium für soziale Sicherheit und Generationen: Arzneimittelinfo "ROTE HAND" - April 2002

Weitere Informationen nur für Apotheker